Männer und Frauen fiebern in Teheran gemeinsam mit dem iranischen Team bei der WM 2018. Foto: AP

In Teheran durften Frauen und Männer gemeinsam das WM-Spiel Iran gegen Spanien bei einem Public Viewing verfolgen – zum ersten Mal seit 37 Jahren.

Teheran - Für ein Public Viewing des Fußball-WM-Spiels der Iraner gegen Spanien haben die Behörden in Teheran auf öffentlichen Druck hin ihr Stadionverbot für Frauen offiziell gelockert. Erstmals seit 37 Jahren durften am Mittwochabend im Azadi-Stadion Frauen und Männer gemeinsam ein Fußball-Spiel von Herrenteams verfolgen.

1981 hatten zum letzten Mal Fans beider Geschlechter Seite an Seite in einem Fußballstadion sitzen dürfen. Offiziell will der einflussreiche Klerus sie damit vor den vulgären Äußerungen und Gesängen der Männer schützen. Noch kurz vor Anpfiff der Partie im russischen Kasan sah es so aus, als würden die Behörden im Iran die Veranstaltung verhindern, angeblich „aus Gründen der Infrastruktur“.

Frauen müssen zu Tricks greifen

Doch die Fußball-Fans protestierten hartnäckig, veranstalteten Sitzblockaden und diskutierten mit den Polizisten, die die Arena etwa eine Viertelstunde vor Spielbeginn dann doch noch öffneten. Etwa 20.000 Tickets wurden für die Übertragung des WM-Spiels auf Videoleinwänden verkauft.

Ob Zuschauerinnen auch zukünftig bei Spielen männlicher Teams zugelassen werden, steht aber noch nicht fest. Bislang müssen Frauen zu Tricks greifen, um Spiele zu besuchen: Sie kleben sich Bärte an und verkleiden sich als Männer.

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