Die Lücke macht alle Heimnetzwerke anfällig für Spähangriffe. Doch viele Nutzer müssen sich noch gedulden, bis ein Update erscheint. Foto: dpa

Eine gravierende Sicherheitslücke macht WLAN-Hotspots auf der ganzen Welt angreifbar. Doch die großen Software-Konzerne brauchen zu lange, um ein Update zu liefern, meint Jörg Breithut.

Stuttgart - Eine Sicherheitslücke bedroht Hotspots auf der ganzen Welt. Das ist ein gravierendes Problem für alle Nutzer, die zuhause über einen WLAN-Router ins Internet gehen und Daten in einem drahtlosen Firmennetzwerk austauschen. Auch wenn der Angriff schwierig auszuführen ist: Niemand darf sich im WLAN wirklich sicher fühlen. Es sei denn, der Hersteller stopft mit einem Sicherheitsupdate die Lücke auf dem Smartphone, Tablet oder Laptop. Hier liegt das Problem.

Viele Software-Konzerne können noch kein Sicherheitsupdate liefern. Selbst gewissenhafte Nutzer sind chancenlos: Ein sogenanntes Patch ist die einzige Chance für die Anwender, den Fehler zu beheben. Lediglich Microsoft hat mit einem Update sein Betriebssystem Windows abgesichert. Apple und Google hingegen lassen die Nutzer zappeln. Apple testet das Software-Update derzeit noch in einer Beta-Version. Für die finale Version müssen sich die Verbraucher noch gedulden. Das gilt auch für Google. Android-Nutzer müssen noch wochenlang darauf warten, dass ihre Telefone wieder sicher sind. Das ist deutlich zu lange. Denn: die Tech-Konzerne wissen bereits seit August von der Sicherheitslücke, die ein Forscher am Montag öffentlich bekannt gemacht hat.

Bis dahin bleibt Nutzern nichts anderes übrig, als beim Online-Banking und der Shoppingtour im Netz darauf zu achten, dass in der Adresszeile des Browser ein grünes Schlösschen leuchtet. Die Nutzer müssen hoffen, dass bis zum Update niemand in ihrer Internet-Verbindung rumschnüffelt. Android-Nutzer müssen bangen, ob überhaupt ein Update für ihr Telefon erscheint. Das wochenlange Warten dürfte das Vertrauen vieler Kunden in die Tech-Konzerne erschüttern. Zu lange werden sie mit der Lücke im WLAN alleine gelassen.

joerg.breithut@stzn.de

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