Das kostenfreie Wlan in den S-Bahnen ist beschlossen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Nach dem Testlauf in zwei S-Bahnen wollen die Bahn und der Verband Region Stuttgart alle Fahrzeuge mit WLAN ausrüsten. Gut so, meint Redakteur Thomas Durchdenwald, aber Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind wichtiger.

Stuttgart - Am Montag funktionierte das Stellwerk im Hauptbahnhof einen halben Tag lang nicht, am Dienstag und Mittwoch gab es Weichen- und Fahrzeugstörungen: Der S-Bahn-Verkehr ist störanfällig, auch wenn selbst Kritiker einen kleinen Trend zur Besserung erkennen. Angesichts der Verspätungen und Ausfälle mag mancher S-Bahn-Nutzer aufseufzen, wenn die Bahn und die Region nun nach und nach alle Fahrzeuge mit WLAN ausrüsten wollen und sich dafür auch noch kräftig auf die Schulter klopfen: Wäre das Geld nicht besser in die Infrastruktur gesteckt? Sind Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit nicht wichtiger als Internet und Whatsapp?

Berechtigter Einwand

Dieser Einwand ist berechtigt, berechtigter jedenfalls als die kleinlichen Kritikpunkte, mit denen Grüne, SPD und Freie Wähler das neue Angebot an die Fahrgäste in die Tonne treten wollten – etwa weil sie zweifelten, dass der Verband sich im Onlineportal angemessen präsentieren kann. Gewiss, die Region gibt viel Geld für das Angebot aus. Vor Jahren war aber noch mit weit höheren Kosten gerechnet worden. Deshalb ist es richtig, dass die S-Bahnen nun mit WLAN ausgestattet werden. Wer Autofahrer zum Umsteigen animieren will, muss zwar in erster Linie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und ein ausreichendes Platzangebot garantieren, er muss aber auch für mehr Komfort sorgen. Die WLAN-Ausrüstung ist ein kleiner Baustein. Gut so, also. Die wirklich wichtigen Herausforderungen sind aber noch nicht gelöst.

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