Es gibt Anlagen, die nur Biomasse aus der Landwirtschaft(z.B. Energiepflanzen wie Mais) vergären. Foto: Pixabay

Das Biogut der Haushalte dient als Rohstoff zur Gewinnung von klimaschonendem Biogas. Wie das möglich ist, können Sie hier lesen.

Aus Biomasse und Abfallprodukten umweltschonend Energie gewinnen? Dafür sind Biogasanlagen zuständig.

Es gibt Anlagen, die nur Biomasse aus der Landwirtschaft (Gülle, Mist, oder Energiepflanzen wie Mais) vergären, oder sog. Biogutvergärungsanlagen, die mit Biogut aus Haushalten Biogas und Strom erzeugen. Beispielsweise genügen 1.000 Kilogramm Biogut, um einen Vier-Personen-Haushalt eine Woche lang mit Energie zu versorgen. Seit 1992 konnte dank dem Einsatz von Biogasanlagen eine Einsparung von 158 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid erfolgen. Somit tragen Biogasanlagen maßgeblich zum Klimaschutz bei.

Was geschieht hinter den Kulissen einer Biogutvergärungsanlage?

Zuerst kommt die ganze Fuhre Biogut in eine Schüttung. Dort werden die organischen Abfälle von Störstoffen - wie zum Beispiel Plastiktüten - und nicht verwertbarem Müll getrennt.

Die Aufbereitungstechnik sortiert die Verpackungen aus und spukt am Ende einen Berg von Störstoffen (z.B. Plastikfolien und Papierfetzen) aus. Das ist der einzige Produktionsschritt, den man mit bloßem Auge sehen kann.

Alles Weitere geschieht in einem geschlossenen System. Von der Aufbereitung zerkleinert und von Störstoffen befreit, wandert das Substrat in den Pufferspeicher. Von hier aus wird das Substrat dem Fermenter zugeführt. Bei ca. 55 Grad Celsius wird das Substrat hygienisiert und der Vergärungsprozess beginnt.

Jetzt kommen Millionen von Arbeiter in Form von Mikroorganismen zum Einsatz. Hier wird die Biomasse ständig in Bewegung gehalten und es findet unter Ausschluss von Sauerstoff die Zersetzung der Substrate statt. Dabei entsteht neben Energie wertvoller Kompost der zurück in den Kreislauf wandert.

Neue Biogasanlage in Westheim

Eine neue Anlage wird derzeit in Westheim (RPf) gebaut. Betreiber ist die BVB Biogutvergärung Bietigheim GmbH. Im 4. Quartal 2019 soll der Betrieb laufen.

In der neuen Biogutvergärungsanlage können bis zu 48.000 Tonnen pro Jahr Bioabfälle aus den Landkreisen Germersheim, Ludwigsburg und der Stadt Karlsruhe hochwertig verwertet werden. Das entstehende Rohgas wird über eine Biogasaufbereitungsanlage zu Erdgasqualität aufbereitet und über eine Biogaseinspeisungsanlage direkt in das bestehende Gasnetz in Westheim eingeleitet. Das Biogas kann dann überall in Deutschland abgenommen werden.

So wird aus täglich entstehendem Biogut wertvolle Energie und Kompost.

 Modell Biogutvergärungsanlage mit Kompost und Grünschnittlager (Quelle: SWBB)
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