Klar in ihren Ansagen und in ihren Zielen: Grünen-Politikerin Theresia Bauer Foto: dpa

Näher dran an den Entscheidern im Land: Am Montag, 17. Oktober, präsentieren die „Stuttgarter Nachrichten“ in der Baden-Württembergischen Bank am Schlossplatz in Stuttgart ein Podiumsgespräch mit Theresia Bauer (Grüne), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, und ihrer Staatssekretärin Petra Olschowski.

Stuttgart - Theresia Bauer weiß, wie lange Wege werden können, wenn die Vorbereitung nicht stimmt oder unerwartete Störmomente das Ziel noch ferner erscheinen lassen. Theresia Bauer, seit dem Jahr 2011 Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, ist passionierte Läuferin. Ein Halbmarathon pro Jahr ist das erklärte Ziel der in Heidelberg lebenden Grünen-Politikerin, die seit 2001 im Stuttgarter Landtag sitzt.

Zauberwort Wissenstransfer

Baden-Württembergs Weg hin zu einem noch intensiveren Wissenstransfer von den Hochschulen in die unternehmerische Praxis will Bauer entsprechend gut vorbereitet wissen. „Unsere Hochschulen“, sagt die Wissenschaftsministerin, „haben verstanden, dass die Ideen und Erkenntnisse, die auf dem Campus entstehen und die einen konkreten Nutzen versprechen, schnell in die Praxis finden müssen“.

Die Wissenschaft, sagt Bauer weiter, habe ihre Rolle als „Brutstätte“ für Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft „mit großer Verantwortung angenommen“ und übernehme die Aufgabe, „die immer komplexeren Räderwerke moderner Innovationsprozesse zu befördern und sicherzustellen“. Lassen sich aber die Grenzen zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung wirklich ein gutes Stück aufheben? „An den Hochschulen“, ist sich Theresia Bauer sicher, „etabliert sich ein neues Denken, das Ideen, die in die Gründung von Unternehmen münden, größtmögliche Freiräume zusichert“.

Exzellenförderung soll weitergehen

Um so wichtiger ist aus Sicht der grünen Ministerin das Nachfolgeprogramm zu der zum 31. Oktober 2017 auslaufenden – „und gerade für Baden-Württemberg wichtigen“ milliardenschweren Exzellenzinitiative. Unter dem Stichwort „Exzellenzstrategie“ sollen weiter Impulse gesetzt werden, aus der Spitzenforschung heraus die Start-up-Mentalität zu fördern. „Und dies“, betont Theresia Bauer, „gerade entsprechend der besonderen Qualitäten im Flächenland Baden-Württemberg.“ Auf den ersten Blick wenig überraschend „Innovative Hochschule“ heißt ein Programm, das „gerade auf kleinere Hochschulen zielt“.

Doch dahinter steht ein Ansatz, der gerade die das Land in der Fläche prägenden mittelständischen Technologieunternehmen interessieren dürfte: „Hochschulen“, sagt die Ministerin, „sollen ihr regionales Umfeld stärken und in die Lage versetzt werden, den Wissens- und Technologietransfer durch neue Kooperationen voranzutreiben.“ Dies, davon ist Bauer überzeugt, „gerade auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung“. Die rasante Entwicklung präge alle Bereiche von Wissenschaft und Forschung. „In den Sprachwissenschaften“, sagt Theresia Bauer, „ist Big Data inzwischen ähnlich präsent wie in den naturwissenschaftlichen Fachbereichen oder den Lebenswissenschaften“. Dadurch veränderten sich die Ansprüche an die Lehre und in der Lehre, aber auch die Lehre selbst – vor allem in der ­Präsentation.

Neue Staatssekretärin Petra Olschowski

Ziele gilt es zu erreichen

Theresia Bauer spricht in überraschend harter Diktion. Das erklärte Ziel, macht sie deutlich, muss immer unmissverständlich das Ziel bleiben – unabhängig von der Dauer des Weges und eventuell notwendiger Nebenstrecken. „Wir müssen“, sagt sie, „neue Fragen stellen“. Hierbei erwartet sich die Ministerin fraglos auch Impulse von ihrer neuen Staatssekretärin. Die parteilose Petra ­Olschowski, bis Mai dieses Jahres erste Frau Rektorin der Kunstakademie in ­Stuttgart, gilt als themen- und spartenübergreifend hervorragend vernetzt. Dialog als Methode, Entscheidung als Ziel – darin sind sich Ministerin und Staatssekretärin sehr ähnlich.

Und auch dies verbindet sie: das Bewusstsein, Teamspielerin zu sein, für die es vor ­allem eines nicht gibt: wegducken. „Vielleicht“, sagte Olschowski einmal, „sehen Frauen, dass es gar keinen Schlüssel gibt, mit dem die bestehenden Karriereräume für Frauen geöffnet werden können. Stattdessen könnten Frauen selbst neue Räume ent­wickeln, mit hohen Decken und offenen ­Türen.“

Neue Dialoge zwischen Wissenschaft und Kunst

Und obgleich Olschowski im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst zuvorderst die so vielfältigen Kultureinrichtungen im Land im Auge behalten soll, deutet sich doch schon jetzt ein neuer Akzent an: „Wir wollen die Gemeinsamkeiten zwischen Kunst und Wissenschaft stärker in unserer Arbeit sichtbar machen“, sagt Olschowski, die sich nicht zuletzt mit der Bedeutung künstlerischer Fragestellungen für die ­Weiterentwicklung bildgebender Verfahren ­beschäftigt hat.

Umgekehrt sieht Olschowski neue ­Möglichkeiten technologischer Innovationen für die Kultureinrichtungen. „Kunst und Kultur“, sagt die Staatssekretärin, „stehen vor der großen Chance, mittels Digitalisierung neue Türen in der Kulturver­mittlung aufzustoßen und damit auch eine neue Erreichbarkeit für kulturelle ­Diskurse herzustellen“.

„Kulturgespräch“ am 17. Oktober

Wie also verzahnen sich im Hochtechno­logie-Land Baden-Württemberg künftig die Themenfelder Forschung, Wissenschaft und Kunst? Gibt es wirklich neue Schnittmengen? Wie weit kann man bei der Neubestimmung der Hochschulen als Innovationsmaschinen gehen? Wie investiert das Land in neue Forschungsgebiete? Und mit welchen Strukturen will das Land die kulturelle Vielfalt und Qualität in der Spitze wie in der Breite fördern – und wie die Großprojekte, etwa die Sanierung des Opernhauses in Stuttgart, sichern? Kurz: Welche Gestaltungsräume wollen Ministerin Theresia Bauer und Staatssekretärin Petra Olschowski für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg definieren, welche Ziele erreichen?

Antworten auf diese und andere Fragen gibt es am Montag, 17. Oktober, wenn ­Theresia Bauer und Petra ­Olschowski Gäste in der Veranstaltungsreihe „Kulturgespräch“ der „Stuttgarter Nachrichten“ sind. Der Abend findet in den Räumen der Baden-Württembergischen Bank in Stuttgart (Kleiner Schlossplatz) statt. 400 Leserinnen und ­Leser können dabei sein. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.

So können Sie dabei sein

So können Sie dabei sein

Was? Am Montag, 17. Oktober, sind Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, und ihre Staatssekretärin Petra Olschowski Gäste der Veranstaltungsreihe „Kulturgespräch“ der „Stuttgarter Nachrichten.

Wo? Der „Kulturgespräch“-Abend mit Theresia Bauer und Petra Olschowski findet statt in den Räumen der Baden-Württem­bergischen Bank in Stuttgart (Kleiner Schlossplatz 11).

Wie? Haben Sie Fragen an die Ministerin oder die Staatssekretärin? Gerne nehmen wir diese auf. Ihre Frage können Sie senden an ortstermin@stuttgarter-nachrichten.de.

Wann? Das „Kulturgespräch“ mit Theresia Bauer und Petra Olschowski am Montag, 17. Oktober, in den Räumen der Baden-Württembergischen Bank in Stuttgart (Kleiner Schlossplatz 11) beginnt um 19.30 Uhr. Der Zugang an dem Abend ist von 18.30 Uhr an möglich.

Wer? 400 Leserinnen und Leser unserer Zeitung können dabei sein. Ihre Anmeldungen nehmen wir gerne entgegen. Auf direktem Weg ist dies online möglich – unter www.stn.de/kulturgespraech. Gerne können Sie sich auch telefonisch anmelden – am kommenden Montag, 26. September, von 10 bis 13 Uhr unter der Nummer 07 11 / 7205 – 7500. Bitte geben Sie hierbei Ihren Vor- und Nachnamen, Ihre Telefonnummer sowie die gewünschte Platzzahl für das „Kulturgespräch“ am 17. Oktober an. (StN)

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