Vaihingen und Möhringen sind beliebte Bürostandorte. 2016 wurden etwa im Stuttgarter Engeneering Park (Step) zahlreiche Neuvermietungen abgeschlossen. Foto: Archiv A. Kratz

Die südlichen Bezirke Stuttgarts sind bei Unternehmen so gefragt wie noch nie. Insbesondere in Vaihingen und Möhringen wurden 2016 zahlreiche Büroflächen neu vermietet. Auch in Degerloch wurde deutlich mehr vermietet als im vergangenen Jahr.

Filder - Es ist nun längst kein Geheimnis mehr, dass die wirtschaftliche Entwicklung auf der Filderebene schneller verläuft als im Rest von Stuttgart. Immer mehr Baukräne drehen sich, die Wohnungsmieten steigen, und mit diesen werden auch die Staus immer länger. Wie sehr die südlichen Bezirke der Landeshauptstadt aber tatsächlich zumindest bei den Unternehmen beliebt sind, zeigt der aktuelle Büromarktbericht des Geldhauses Ellwanger & Geiger. Die Experten haben Mietverträge analysiert, ausgerechnet, wie viele Büros von Januar bis Dezember 2016 neu vermietet wurden, und erhoben, wie hoch der Leerstand ist.

Demnach wurden im vergangenen Jahr in ganz Stuttgart 396 200 Quadratmeter Bürofläche neu vermietet – wobei es sich aber freilich nicht immer um Büros in eben fertiggestellten Gebäuden gehandelt hat. Immerhin 168 900 Quadratmeter entfielen dabei auf Vaihingen, Möhringen, Fasanenhof und Degerloch. Das entspricht 42,6 Prozent, mithin also fast der Hälfte des gesamten Flächenumsatzes.

Vor allem der Synergiepark ist beliebt

Die mit Abstand meisten Büros fanden in Vaihingen und Möhringen einen neuen Mieter. 141 200 Quadratmeter fanden dort neue Nutzer. Das ist fast zweieinhalb Mal so viel wie im Jahr zuvor und eine deutliche Steigerung gegenüber dem Zehn-Jahres-Durchschnitt, der bei gerade einmal 33 890 Quadratmetern liegt. Vor allem der Synergiepark entpuppte sich als Treiber, und die Ansiedlung von Daimler auf dem früheren Areal des Buchgroßhändlers KNV zeitigte mit einem Volumen von 75 000 Quadratmetern sogar den größten Einzelvertrag überhaupt. Zum Vergleich: in der gesamten Stuttgarter Innenstadt wurden mit 85 000 Quadratmetern nur geringfügig mehr Büros neu vermietet, dies freilich verstreut über eine Vielzahl von Einzelimmobilien.

Dabei ist in diesen Zahlen noch nicht einmal eine noch größere Ansiedlung enthalten, die bis 2020 erwartet wird. Die Allianz will, wie mehrfach berichtet, dort Büros mit einer Gesamtfläche von rund 120 000 Quadratmetern errichten. Die Experten gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren in diesem Gebiet bis zu 10 000 neue Arbeitsplätze entstehen werden.

Auch auf dem Step-Areal wurden eine Reihe von Vermietungen abgeschlossen, die sich auf ein Gesamtvolumen von 31  000 Quadratmetern belaufen. Grund ist zum einen der sich im Bau befindlichen Bürotrakt Step 8.3, sowie der ehemalige Debitel-Turm, der neu vermietet wurde.

Aufschwung im Gewerbegebiet Fasanenhof

Mit weitem Abstand folgen zwar die Umsätze im Gewerbegebiet Fasanenhof sowie in Degerloch, die jedoch ihrerseits ebenfalls wieder Rekordzahlen entsprachen. Auf dem Fasanenhof etwa fanden Büroflächen im Umfang von 19 600 Quadrat neue Nutzer. Im Zehn-Jahres-Durchschnitt sind es nur 6940 Quadratmeter gewesen. Damit bestätigt sich ein Trend, den die Experten von Ellwanger & Geiger bereits vor einigen Jahren vorhergesagt hatten. Nämlich der, dass dem Gewerbegebiet ein Aufschwung bevorstünde. Ursache für die hohen Vermietungszahlen sind der bereits 2015 kernsanierte Design Office Tower, für das 2016 weitere Vertragsabschlüsse erzielt werden konnten, sowie der Neubau von GFT. Dort können sich seit 2016 Start-up-Unternehmen im großen Stil einmieten.

In Degerloch wiederum als dem kleinsten Teilbereich des Stuttgarter Büromarkts wurden 2016 Verträge über Büros im Umfang von 7100 Quadratmeter abgeschlossen. Das ist grob fünfeinhalb Mal soviel wie im vergangenen Jahr und immer noch deutlich mehr als der Zehn-Jahres-Durchschnitt, der bei 4140 Quadratmetern liegt.

Räume werden knapp und Mieten steigen

Die starke Nachfrage hat zwei Folgen für Unternehmen, die sich auf der Filderebene nach Räumen für ihre Angestellten umschauen. Zum einen werden eben diese Räume knapper. Betrug die Angebotsreserve Ende 2015 noch 86 500 Quadratmeter, schrumpfte sie bis Ende 2016 auf 68 500 Quadratmeter. Und dementsprechend stieg natürlich auch der Preis, den die Immobilienentwickler aufrufen können. Nach der Innenstadt ist der Stuttgarter Süden das teuerste Pflaster. Spitzenmieten betragen inzwischen 16,50 Euro pro Quadratmeter. Ein Jahr zuvor lag dieser noch bei höchstens 14 Euro. Und auch die Durchschnittsmiete steigt, wenn auch weniger rasant. Im Schnitt werden inzwischen 11,60 Euro pro Quadratmeter fällig, ein Jahr zuvor waren es 11,40 Euro.

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