Unternehmen aus dem Land können sich jetzt wieder um den Wirtschaftspreis Schwarzer Löwe bewerben. Die Preisverleihung wird bereits zum zweiten Mal von den regionalen Tageszeitungsverlagen veranstaltet.
David Reger hat erst einmal eine Party für seine Mitarbeiter geschmissen. „Der Wirtschaftspreis Schwarzer Löwe ist ein wichtiger Anreiz und gut für die Motivation der Mitarbeiter“, sagt der Geschäftsführer und Gründer von Neura Robotics. Im zurückliegenden Jahr gewann das Start-up aus Metzingen mit seinen kognitiven Robotern den Wirtschaftspreis in der Kategorie „Gründer“. „In dem Jahr haben wir fast alle Awards abgeräumt, die es für uns zu gewinnen gab“, räumt Reger freimütig ein. Mit einem Preis beim Schwarzen Löwen hatte er allerdings nicht wirklich gerechnet.
Gewissermaßen als Startrampe für aufstrebende Unternehmen in Baden-Württemberg sieht Herbert Dachs den Wirtschaftspreis Schwarzer Löwe. Für den Geschäftsführer der Medienholding Süd sei es nur konsequent, diesen Preis auf den Mittelstand und jene auszurichten, die auf dem Weg dahin sind. Ein großes Anliegen ist es Herbert Dachs vor allem, durch den Preis die Diversität in den Unternehmen weiter zu fördern. Dieser ging im zurückliegenden Jahr übrigens erstmals an die AfB social & green IT aus Ettlingen.
Für deren Geschäftsführer Daniel Büchle ist die Auszeichnung vor allem eine Bestätigung dafür gewesen, dass auch Menschen mit Behinderungen einen guten Job machen können. Das Unternehmen ist Europas größtes gemeinnütziges IT-Unternehmen. Durch die Aufarbeitung und den Verkauf von gebrauchter IT und von Mobilgeräten werden Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen geschaffen. Rund 45 Prozent der Belegschaft haben nach Angaben des Unternehmens ein Handicap. Dafür gab es auch Lob von Simone Fischer, Mitglied der Jury des Wirtschaftspreises und Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg für die Belange von Menschen mit Behinderungen. „Das Unternehmen zeigt vorbildlich, wie Inklusion im Arbeitsleben und am allgemeinen Arbeitsmarkt möglich ist“, erläutert sie.
Beworben um einen Preis in einer der sechs Kategorien hatten sich im vergangenen Jahr zahlreiche Unternehmen aus dem Land. „Der Schwarze Löwe ist einer der attraktivsten Wirtschaftspreise im Land und war noch nie so wichtig wie jetzt“, unterstreicht Nico Bosch, Projektleiter des Schwarzen Löwen. Zwar reihe sich der Wirtschaftspreis in einer langen Liste von Awards ein, kein anderer Preis könne aber diese hohe Öffentlichkeit erreichen wie der Schwarze Löwe. Schließlich stehen zwölf regionale Tageszeitungsverlage mit 14 Tageszeitungen und einer Gesamtauflage von rund 800 000 Exemplaren dahinter.
Welche Medienwirkung das hat, spürte auch David Reger. „Ich bin einige Male auf den Preis angesprochen worden“, erinnert sich der Geschäftsführer von Neura Robotics. Vor allem für die Mitarbeiter sei dies eine tolle Erfahrung gewesen. Bei so einem großen Preis zu gewinnen motiviere jedes Start-up weiterzumachen. Und das in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Gerade der stark exportorientierte baden-württembergische Mittelstand leide unter den Folgen des Ukraine-Kriegs wie auch Chinas Bestrebungen, den Anspruch als Weltmacht zu festigen, Europas Uneinigkeit und den zahlreichen neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der IT und der Künstlichen Intelligenz. „Der Wirtschaftspreis Schwarzer Löwe will aber auch all jene Unternehmen auszeichnen, die allen Unbilden die Stirn bieten, mit innovativen wie mutigen Schritten nach vorne blicken und dabei weder die Diversität noch die Nachhaltigkeit aus den Augen verlieren“, fasst Nico Bosch die Intension der Tageszeitungsverlage zur Auslobung dieses Awards zusammen.
Manchmal sind Auszeichnungen auch ein Anstoß dafür, den nächsten Schritt in der betrieblichen Entwicklung zu wagen. Bei der Craiss Generation Logistik aus Mühlacker zeigte man sich nicht nur stolz über die Auszeichnung in der Kategorie „Digitale Transformation“, wo man sich mit einem digitalen Geschäftsmodell im Bereich der Transportlogistik beworben hatte. Mittlerweile sei die Digitalsparte in ein eigenes Corporate Start-up ausgegliedert worden, heißt es aus dem Unternehmen.
Wer sich als Unternehmen in diesem Jahr um den Schwarzen Löwen bewerben will, sollte nicht nur eine gute Idee haben, sondern diese auch bereits erfolgreich umgesetzt haben, sagt Professor Hanspeter Gondring von der DHBW Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Der Wirtschaftswissenschaftler ist nicht nur Mitglied der hochkarätig besetzten Jury aus Vertretern der Wirtschaft, Verbände und Sozialeinrichtungen, sondern hat auch das betriebswirtschaftliche Auswahlverfahren entwickelt. Ende September tagt die Jury und bestimmt aus den fünf besten Einreichungen je Kategorie den Sieger, der dann im Rahmen einer Galaveranstaltung auf der Messe Stuttgart bekannt gegeben wird.