Das südlichste Bundesland Österreichs Kärnten ist für die europäische Logistikbranche ein immanent wichtiger Knotenpunkt. Foto: Michael Stabentheiner

Das österreichische Bundesland Kärnten ist für die europäische Logistikbranche ein enorm wichtiger Knotenpunkt und fungiert als Brücke zwischen Mittel- und Südosteuropa. Schon bald rücken auch die immer wichtiger werdenden Mittelmeerhäfen noch näher an den Logistikhotspot heran.

Stuttgart - Als Brücke von West- und Mitteleuropa glänzt das Kärntner Verkehrsnetz bereits heute. Mitten in Europa gelegen, ist das südlichste Bundesland Österreichs für die europäische Logistikbranche ein immanent wichtiger Knotenpunkt. Auch trotz Corona-Disruption kann Kärntens Logistik auf Grund von resilienten Lieferketten und kurzen Wegen auftrumpfen und bereits nach vorne schauen. Mit ambitionierten Infrastrukturprojekten wie der Koralmbahn und dem Dry Port Villach eröffnen sich dem Standort in naher Zukunft weitere Möglichkeiten zur Expansion.

Mehrere Tunnelbohrmaschinen, 200 Meter lang, 2.500 Tonnen schwer und mit einer Leistung von 10.000 PS haben sich vom Kärntner Lavanttal aus mehrere tausend Meter in den Berg gegraben. Was dort entsteht, ist eine Investition in eine vernetzte und umweltfreundliche Mobilität. Die Koralmbahn ist Teil der neuen Südstrecke Österreichs. Ihr Herzstück, der Koralmtunnel, ist der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Die neue Verbindung reduziert Fahrtzeiten deutlich und stärkt den baltisch-adriatischen Korridor durch Europa. Von Graz nach Klagenfurt gelangen Fahrgäste in nur 45 Minuten (statt bislang zwei Stunden). Der Gütertransport wird dank der Hochleistungsbahnstrecke deutlich attraktiver. 2027 sollen erste Züge durch die Tunnel rollen.

Mit Schiff und Schiene zum europäischen Logistik-Hotspot

Für einen funktionierenden Hafen benötigt man nicht zwingend Wasser und Schiffe: Vor allem braucht man die perfekte Infrastruktur für hafenaffine Dienstleistungen. Das Logistik Center Austria Süd am Standort Villach-Fürnitz in Kärnten bietet künftig die idealen Voraussetzungen. Aufgrund der Nähe zu den Häfen der oberen Adria, wie Triest und Koper, soll der Containerterminal zu einem Trockenhafen, einem sogenannten Dry Port, entwickelt werden.

Unter Beteiligung der ÖBB und dem Land Kärnten wird in den nächsten Jahren maßgeblich in den Standort Villach-Fürnitz investiert. Der bestehende Container Terminal wird modernisiert sowie ausgebaut. So soll er zu einem international sichtbaren Standort in der Alpe-Adria Region entwickelt werden. Vorgesehen sind Investitionen in die Infrastruktur, um künftigen Marktanforderungen hinsichtlich Umschlagmengen und Kundenanforderungen effizient und schnell gerecht zu werden.

Schienenzollkorridor zwischen Fürnitz und Triest soll kommen

Der Logistikhub liegt nur 185 Kilometer im Hinterland vom Hafen Triest. Er übernimmt hafenaffine Dienstleistungen wie Einlagerungen, SOLAS-Verwiegungen, Containerstuffing und –stripping, Containerreparaturen oder Import- und Exportabfertigungen. Einen enormen Impuls für den geplanten neuen Terminal soll in diesem Zusammenhang der Schienenzollkorridor zwischen Fürnitz und dem Hafen Triest geben.

An diesem Projekt wird derzeit grenzübergreifend intensiv gearbeitet. Ein intermodaler Güterverkehrsshuttle soll künftig den „Hinterlandhafen Villach Süd“ mit den Adriahäfen verbinden. Damit gelingt es, die Transportwege zu beschleunigen und auch die Verlagerung von der Straße auf die Schiene zu fördern.