Mercedes-Produktion bei Daimler in Sindelfingen Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Der Chef der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, Walter Rogg, hat schon vor einem Jahr vor dem wirtschaftlichen Einbruch gewarnt, der jetzt vor der Tür steht. „Die Firmen werden sich im digitalen Wirtschaften neu erfinden müssen“, sagt Rogg.

Stuttgart - Der Chef der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, Walter Rogg, erwartet vor dem Hintergrund der Nachrichten vom Daimler-Sparkurs einen gewaltigen wirtschaftlichen Umbruch im Ballungsraum und fordert neue Flächen für Industriebauten. „Die Firmen brauchen für ihre Transformation die bestehenden Fabriken für ihre eingeführten Produkte“, sagt Rogg der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten, „und sie brauchen auch Anlagen für die neu zu entwickelnden Produkte der nächsten Generation.“

Fahrzeugbau macht 53 Prozent des Industrieumsatzes aus

Der 62-Jährige, seit 25 Jahren Chef der regionalen Wirtschaftsförderung, geht davon aus, dass etwa 10 bis 12 Gewerbegebiete mit jeweils rund 20 Hektar Fläche für den Wandel der Industrie im Ballungsraum benötigt werden. Rogg sieht ein spezielles Problem: Der Fahrzeugbau mache in der Region 53 Prozent des Industrieumsatzes aus, zusammen mit dem Maschinenbau für die Branche sogar zwei Drittel. Deshalb werde der Abschwung, in dem die Wirtschaft sich befinde, die Region besonders hart treffen. Nach verschiedenen Schätzungen könnten schlimmstenfalls 30000 bis 90000 Automotive-Arbeitsplätze betroffen sein. „Die Firmen werden sich im digitalen Wirtschaften neu erfinden müssen“, sagt Rogg.

Andererseits sei das Bruttoinlandsprodukt innerhalb von zehn Jahren von 100 auf 150 Milliarden Euro gewachsen, sodass Mittel für die Transformation vorhanden seien. Rogg sieht Potenzial in neuen Mobilitätssystemen, sowie in den Branchen Energie- und Ressourceneffizienz, Umwelt- und Medizintechnik, IT und künstliche Intelligenz.

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