Johannes Maier, Chef des Fellbacher Spannwerkzeug-Spezialisten AMF, sieht in mehreren Geschäftsfeldern einen Aufwärtstrend. Unter anderem verspricht der Bereich Defense neues Wachstum.
Nach zwei wirtschaftlich schwierigen Jahren mit Kurzarbeit und einem spürbaren Rückgang der Umsatzzahlen sieht die Fellbacher AMF (Rems-Murr-Kreis) wieder Licht am Ende des Tunnels. Trotz der politischen Weltlage und den Hiobsbotschaften aus Maschinenbau und Automobilbranche erwartet der Hersteller von Spannwerkzeugen für das Jahr 2026 eine Rückkehr in die Erfolgsspur. „Wir sehen Signale für eine positive Entwicklung“, sagt Johannes Maier, der Geschäftsführer des Familienunternehmens aus dem Rems-Murr-Kreis.
Hintergrund der neu erstarkten Zuversicht sind die Umsatzzuwächse in der Baubranche, in dem das Traditionsunternehmen seit mittlerweile 135 Jahren mit Schließsystemen auf dem Markt ist. Steigende Zahlen kann der 240 Beschäftigte zählende Betrieb auch in der Luft- und Raumfahrttechnik sowie im Bereich Defense vermelden.
Waffen für den Kriegseinsatz oder Apparate für den Flug ins All werden in Fellbach zwar nach wie vor nicht produziert. Doch durch neue Fertigungsstraßen wächst auch der Bedarf an Spannvorrichtungen, um Teile auf der Werkbank zu halten. Vor allem für innovative Produkte im Bereich des 3D-Drucks gibt es einen wachsenden Markt, nicht zuletzt in der Medizintechnik.
Wegen der schwachen Nachfrage im Industriebereich hatte AMF im Jahr 2025 einen Umsatzrückgang von sechs Prozent auf 42 Millionen Euro hinnehmen müssen. Im Jahr zuvor waren die Geschäftszahlen sogar um elf Prozent gesunken. Vor allem die Automobilindustrie und der Maschinenbau, zwei traditionell wichtige Auftraggeber der Fellbacher Firma, hielten sich mit Kaufentscheidungen zurück.
Inzwischen sieht AMF-Chef Maier aber Lichtblicke. Er registriert seit Jahresbeginn zunehmende Verkaufszahlen seiner Kunden und interpretiert das als Wachstumschance für den eigenen Betrieb.
Firmenchef Maier: „Irgendwann muss sich der Investitionsstau ja mal auflösen“
„Irgendwann muss sich der Investitionsstau der letzten zwei Jahre in Deutschland und Europa ja mal auflösen“, meint er. Auch in den USA sieht der Unternehmenschef weiterhin Möglichkeiten. „Der Markt ist zwar komplizierter geworden, aber die Inflation ist gesunken und die Wirtschaft wächst dort.“ Auch Indien ist für AMF ein wachsendes Absatzfeld, in Europa kehrt aus Sicht der Firma vor allem Frankreich in die Erfolgsspur zurück.
„Wir wollen der Entwicklung mit neuen, innovativen Produkten, einem starken Vertrieb und hoher Lieferzuverlässigkeit begegnen“, heißt es bei AMF. Dazu soll auch das im vergangenen Sommer eingeweihte Logistikzentrum mit hochmoderner Technik beitragen – und ein interner Sparkurs, dem im Dezember fast 20 Arbeitsplätze zum Opfer gefallen sind. Laut Johannes Maier zieht sich der Personalabbau quer durchs Haus, einen bestimmten Bereich nennt der Firmenchef auf Nachfrage nicht.