Melina Kosmeridou hat ihr Lokal „The Greek Taste“ in skandinavisch anmutendem Design mit zurückhaltenden Farben, Spiegeln, Kerzen und Lampen eingerichtet. Foto: Holowiecki

Melina Kosmeridou ist gerade mal Mitte 20, doch sie hat sich schon einen Traum erfüllt: ein eigenes Lokal. Eröffnet hat der moderne Grieche „The Greek Taste“ in Stuttgart-Degerloch erst vor wenigen Tagen.

Degerloch - Keine Götterstatuen, keine weißen Säulen, keine Folkloremusik, keine Bilder der Akropolis. Ist man hier wirklich beim Griechen? „The Greek Taste“ steht über der Tür des Vereinslokals der Eintracht auf der Waldau, doch drinnen sieht es aus wie in der Hipster-Lounge. Klares, skandinavisch anmutendes Design, viel Messing zu zurückhaltenden Farben, viele Spiegel, Kerzen und Lampen vor großen Fensterfronten. Melina Kosmeridou schaut sich um. „Das mit den Göttern ist eher eingedeutscht. Das gibt es in Griechenland nicht“, sagt sie und zuckt mit den Schultern.

Die Mutter steht in der Küche

Mit gerade einmal 25 Jahren hat sie sich ein Ziel gesetzt: moderne Gastronomie aus der Heimat ihrer Eltern zeigen. Nun führt sie ihr eigenes Lokal. Tatkräftige Unterstützung bekommt die Jung-Wirtin von ihrem Vater, ihrem Freund und vor allem von der Mama. Anastasia Charela ist für das Kulinarische zuständig. „Ich gebe meine Küche nicht aus der Hand“, sagt die 49-Jährige und lacht Und auch bei der Einrichtung haben Mutter und Tochter zusammengehalten.

„The Greek Taste“ hat am 24. Januar eröffnet. Die Blumen der Premierengäste stehen noch auf der Theke. Zuvor war das Degerlocher Clublokal gemeinsam mit einem griechischen Innenausstatter knapp vier Monate lang umgebaut worden. Anastasia Charela zeigt auf Handyfotos, wie es hier davor ausgesehen hatte: rustikal. „Wir haben sehr viel Geld reingesteckt“, erklärt sie.

Angst vor der Verantwortung hat Melina Kosmeridou nicht. Sie fühlt sich durch eine kaufmännische Ausbildung bestens gerüstet. „Frauen-Power“, sagt sie und lächelt ihre Mutter an. „Ich mag nicht ins Büro, ich habe es versucht“, erklärt sie. Sie wolle mit Menschen arbeiten, „ich quassle auch gern mit den Kunden“. Mama Anastasia Charela wiederum hat ihren Beruf gelernt und zuvor das Gasthaus zur Sonne in Rommelshausen geführt. „Meine Eltern waren auch schon in der Gastronomie“, sagt sie.

Klassiker der griechischen Küche

Das Mutter-Tochter-Gespann hat sich einiges vorgenommen. Das Restaurant am Guts-Muths-Weg hat täglich außer montags sowohl am Mittag als auch am Abend geöffnet. Serviert werden neben Klassikern der griechischen Küche – Fisch und Meeresfrüchten – auch Steaks, Burger, Pasta oder Risotto. Und der Umbau ist noch nicht abgeschlossen. Für den Sommer soll noch die große Terrasse hergerichtet werden. Viele Pflanzen schweben Melina Kosmeridou vor, viel mediterranes Flair. Nur eines wird sie sicher nicht aufstellen: Götterstatuen.

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