Shkelzen und Mirivete Badalli kochen in den Rembrandtstuben Schwäbisch. Foto: A. Becker

In einer Serie stellen wir die Wirte auf den Fildern vor. In diesem Teil sind wir zu Besuch in den Rembrandtstuben in Stuttgart-Möhringen. Das Ehepaar Shkelzen und Mirivete Badalli ist den Weg in die Gastronomie gemeinsam gegangen.

Möhringen - Shkelzen Badalli steht schon seit dem Vormittag in der Küche, zwischendurch bespricht er mit seiner Frau Mirivete das Mittagsmenü. In den Monaten vor Weihnachten haben viele größere Gruppen einen Tisch im Restaurant reserviert, dazu kommen die üblichen Stammgäste, die Rembrandtstuben in Möhringen sind häufig ausgebucht. Etwa 70 Gäste haben darin Platz. Passend zum Martinstag stehen im Monat November Gansgerichte auf der Speisekarte. Und die Rembrandt­stuben haben noch viel mehr zu bieten.

„Wir zeichnen uns durch gehobene schwäbische Küche aus“, sagt Badalli. Da findet der schwäbische Feinschmecker auch Weinbergschnecken auf der Karte, Riesengarnelen und natürlich Maultaschen aus eigener Herstellung. „Wir kochen mit hochwertigen Produkten aus der Region.“ Shkelzen Badalli hat die Rembrandtstuben vor vier Jahren übernommen. Nun ist der 39-jährige Inhaber und Küchenchef in einem. Seine Frau arbeitet im Service, die Rembrandtstuben sind ein Familienunternehmen.

Mit 14 Jahren lernte sich das Ehepaar kennen

Den Weg in die Gastronomie sind Shkelzen und Mirivete Badalli gemeinsam gegangen. Als sie 14 Jahre alt waren, lernten sie sich in ihrer Heimat, dem Kosovo, kennen. Ein Jahr später zog Shkelzen zu seinem Vater nach Deutschland, der schon viele Jahre zuvor dorthin ausgewandert war. Mirivete folgte ihm in das fremde Land, sie heirateten und bekamen vier Kinder. „Mittlerweile sehe ich mich als Deutscher, viel mehr noch, ich bin ein Schwabe geworden“, sagt Shkelzen Badalli. Den Traum, sich einmal selbstständig zu machen, hatte Shkelzen schon immer. Er machte seine Ausbildung in einer Brauereigaststätte in Vaihingen und besuchte anschließend Nachschulungen für das Hotel- und Gastronomiegewerbe. „Ich habe es in diesem Gewerbe immer mit Menschen zu tun und das macht mir großen Spaß“, sagt er und fügt hinzu: Da gebe es beispielsweise die Stammkundschaft, die Gäste, die seit Jahren mit Familie Badalli verbunden sind. Trotzdem sei der Beruf auch entbehrungsreich.

Nach Restaurantschluss ist noch lange nicht Feierabend

Wenn das Restaurant um 23 Uhr schließt, hat das Ehepaar Badalli noch lang nicht Feierabend. „Da muss dann erst einmal alles geputzt werden“, sagt Shkelzen. Den Ruhetag am Montag nutzt er für Büroarbeit und den Einkauf. „Wir arbeiten hart, aber wir haben das große Glück, dabei immer zusammen sein zu können, und das ist doch das Wichtigste, wenn man sich liebt“, sagt Mirivete. Sie hat die Tische herbstlich mit kleinen Kürbissen und Igeln dekoriert. Am Wochenende kommt häufig ihre älteste Tochter zu Besuch und hilft ihr dabei. Und dann erfreuen sich die Kinder an den Gerichten ihres Vaters.

Einzig seine Schwiegereltern kann Shkelzen Badalli nicht mit seinen Kochkünsten beeindrucken. Wenn er sie einmal im Jahr mit Frau und Kindern im Kosovo besucht, lehnen sie seine schwäbische Küche ab. Die selbst gemachten Maultaschen sind ihnen dann doch zu experimentell.

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