Wenn Anna Schmid mal nicht arbeitet, treibt sie privat gerne Sport. Foto: Julia Bosch

Vor mehr als zehn Jahren fing Anna Schmid an, in der Gaststätte des TEC Waldau zu kellnern. Im November 2013 übernahm sie als neue Wirtin die Geschicke des Restaurants. Zu den Gästen pflegt sie ein ungewöhnlich enges Verhältnis.

Degerloch - Wann genau Anna Schmid zur Gaststätte des TEC Waldau kam, weiß keiner mehr so genau – weder sie, noch der Geschäftsführer des Vereins, Thomas Bürkle. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war sie jedenfalls schon da, da sind sie sich einig. Damals war die 49-Jährige noch Kellnerin – heute ist sie zwar nach wie vor im Service tätig, doch führt nebenbei die Geschicke der Gaststätte. Seit November 2013 ist Anna Schmid die Wirtin des Vereinsrestaurants auf der Waldau.

„Das war eine sehr schnelle Entscheidung“, sagt Schmid. „Ich hab mich von Anfang an in dem Vereinsrestaurant wohlgefühlt, die Waldau wurde zu meinem zweiten Zuhause. Als das Vorgängerpaar aufhörte, habe ich den Geschäftsführer Thomas Bürkle angesprochen, dass ich mir vorstellen könnte, das Restaurant zu übernehmen.“ Daraufhin führte dieser Gespräche mit dem Vorstand – und kurz darauf war Anna Schmid die neue Wirtin. „Anna ist mittlerweile wirklich das Herz und die Seele der Gaststätte“, sagt Bürkle.

Die Gäste nennen sie nur beim Vornamen

Seit dem Wechsel von der Kellnerin zur Wirtin sind für die 49-Jährige einige Aufgaben dazu gekommen: „Ich kümmere mich jetzt um den Einkauf, Bestellungen und die Pressearbeit“, sagt Schmid, die im Jahr 1992 von Bietigheim-Bissingen nach Fellbach gezogen ist und seitdem dort wohnt.

Doch nach wie vor besteht ihre Haupttätigkeit im Service – das ist aber auch die Aufgabe, die ihr am meisten Spaß bereitet. „Fast alle Gäste nennen mich nur Anna, die Stammgäste und ich sind wie eine große Familie“, sagt sie. Aus diesem Grund mache es der Mutter einer 28-jährigen Tochter auch nichts aus, so gut wie jeden Tag auf der Waldau zu sein. „Nur im Winter haben wir an Samstagen und Sonntagabenden geschlossen, dann gehe ich gerne in Fellbach joggen, schwimmen oder lese ein Buch.“ Ansonsten sitzt sie draußen auf der Terrasse der Gaststätte, kümmert sich um die Gäste und hört sich immer wieder auch deren Sorgen und Nöte an.

Und während das alles ziemlich zufrieden und harmonisch klingt, so gibt es eine Sache, worüber sie und der Geschäftsführer Bürkle sich manchmal wundern – nämlich die Gäste. Ein Großteil der Menschen, die zum Essen oder Trinken in das Restaurant mit der großen Terrasse kommen, sind neben Mitarbeitern von umliegenden Firmen, die unter der Woche zum Mittagstisch da sind, Stammgäste. „Wir schätzen es natürlich sehr, dass unsere Stammgäste so regelmäßig kommen. Doch bei 680 Clubmitgliedern würde man sich schon wünschen, dass manche sich etwas häufiger blicken lassen – und natürlich auch Gäste von außerhalb“, sagt Bürkle.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: