Fehlende Winterreifen werden erst ab kommenden Montag teurer - Viele mit Sommerreifen unterwegs.

Stuttgart - Das angekündigte gesetzliche Verbot von Sommerreifen bei Schnee und Eis lässt viele Autofahrer weiterhin kalt. Noch immer gibt es zahlreiche Karambolagen auf ungeeigneten Pneus. Die Esslinger Polizei berichtete am Donnerstag von einer 77-jährigen Autofahrerin, die in Filderstadt von der Straße rutschte - und in einer Telefonzelle landete. Die Frau blieb unverletzt.

Ein 68-jähriger Fiat-Fahrer versuchte es wohl aus Kostengründen mit einer Sowohl-als-auch-Bereifung. Vorne Winterreifen, hinten Sommerreifen. Auf der A 81 bei Herrenberg, Kreis Böblingen, ging das schief: Der Wagen landete in der Mittelleitplanke. Zwar ist eine solche Mischbereifung nicht etwa seit Jahren verboten, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag fälschlicherweise mitteilte. Richtig ist aber seine Empfehlungng: "Das ist alles andere als ratsam."

Die Polizei rechnet damit, dass die neue Winterreifenpflicht frühestens vom 6. Dezember an tatsächlich geahndet wird. Das Bundesverkehrsministerium teilte am Donnerstag mit, dass die entsprechende Änderung in der Straßenverkehrsordnung "in diesen Tagen" in Kraft trete - nämlich einen Tag nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt. Dies ist bisher nicht der Fall gewesen. Wer bei Winterwetter und glatten Straßen mit Sommerreifen erwischt wird, soll 40 statt bisher 20 Euro bezahlen, bei Behinderung 80 Euro. Außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg. Für die Autofahrerin in der Telefonzelle freilich dürften die 7500 Euro Schaden weitaus schmerzhafter sein.

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