Blüba-Besucher, die darauf gehofft hatten, nach dem Ende der Leuchtenden Traumpfade endlich wieder die Treppen zum unteren Ostgarten nutzen zu können, werden enttäuscht. Sie sollen den ganzen Winter über gesperrt bleiben.
Susanne S., die in der Ludwigsburger Oststadt wohnt und deshalb wie viele andere aus der Oststadt und dem Schlösslesfeld für einen Blüba-Besuch meistens den Nebeneingang in der Nähe des Krankenhauses nutzt, ist der Ärger deutlich anzumerken. „Die Leuchtenden Traumpfade sind seit über einer Woche vorbei, und noch immer ist die große Treppe, die zum Gärtnerhaus hinunterführt, gesperrt. Es ist ja okay, wenn man vorübergehend nicht alle Wege nutzen kann – aber was soll das jetzt noch?“
Da sie nicht die Einzige ist, die davon wenig begeistert ist, hat sie auch schon mit anderen Blüba-Besuchern darüber gesprochen, denen die Sperrung ebenfalls unangenehm aufgefallen ist. „Eine Frau erzählte mir, sie habe von Mitarbeitern die Auskunft bekommen, das solle auf Anordnung wohl auch den ganzen Winter über so bleiben. Begründet worden sei das nicht“, berichtet die Oststädterin. Manche Besucher vermuteten, es hänge vielleicht damit zusammen, dass sich auf der Treppe in der Zeit der Sperrung wegen der Traumpfade einiges an Laub gesammelt habe. Das allerdings wurde mittlerweile entfernt – die Treppe ist jedoch immer noch mit einem von einem Blüba-Banner verkleideten hohen Bauzaun abgesperrt.
Großer Andrang am Wochenende
Dass die Sperrungen Auswirkungen haben, wurde am vergangenen Wochenende deutlich. Da nämlich nutzten viele die Gelegenheit zu einem Sonntagnachmittagsspaziergang in dem Park, in den man seit Saisonschluss am 1. Dezember wieder ohne Eintrittskarte gelangen kann. Auf dem in Ost-West-Richtung verlaufenden Platanenweg, auch Brückenweg genannt, herrschte ebenso wie auf dem Gruftweg, der an der Ostseite des Schlosses in die unteren Parkteile führt, reger Andrang. Denn nicht nur die große Treppe, die aus Richtung Schüsselessee in den unteren Ostgarten oder von dort nach oben führt, ist von beiden Seiten her mit einem großen Gitter versperrt. Auch die Treppe zwischen der Emichsburg und dem unteren Eingang des Märchengartens ist nicht zugänglich. Und die kleinere Treppe, die zwischen Emichsburg und Strauß-Denkmal ins Rhododendron-Tal führt, ist gar durch angeschraubte Holzbalken blockiert.
Früher wurden Treppen nur sporadisch gesperrt
Auf Nachfrage sagt die Blüba-Direktorin Petra Herrling, es sei „schon seit 25 Jahren so“, dass die Treppen im Winter aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich seien. Das habe ihr zumindest der technische Leiter so mitgeteilt. Bei Frost seien die Sandsteintreppen rutschig. Und eine Räum- und Streupflicht gebe es nur auf den Hauptwegen. Auch der Haupteingang an der Schorndorfer Straße sei wegen der dortigen Treppe außerhalb der Saison geschlossen.
Eine Aussage, die so allerdings nicht stimmt. Regelmäßige Blüba-Besucher wissen: Vor Herrlings Amtsantritt wurden die Treppen allenfalls bei Schneefall und Glatteis vorübergehend gesperrt – und das auch nur mit einem Flatterband, das schnell wieder zu entfernen war. Und von Schnee und Glatteis kann derzeit noch keine Rede sein.
Nicht ins Bild passt auch, dass zwei weitere Treppen ganz normal begehbar sind: die schmale Treppe zwischen den WCs und den Fasanenvolieren, die zum Tal der Vogelstimmen führt, und die kurze Treppe, über die man von der Cafeteria am Rosengarten zur barocken Broderie unterhalb des Alten Corps de Logis gelangt. Auch diese sind aus Sandstein.
Warum nicht einfach Hinweisschilder?
„Kann Frau Herrling denn überhaupt manche Wege einfach so absperren lassen?“, empört sich eine weitere Spaziergängerin. Ja, das kann sie, lautet die Antwort. Denn die Blühendes Barock Gartenschau Ludwigsburg GmbH, so der offizielle und vollständige Name des Blüba, hat das Gelände vom Land gepachtet und trägt das Risiko für die Verkehrssicherheit – auch im Winter.
Dass sich die Ludwigsburger die gewohnten Wege nicht so einfach nehmen lassen, davon zeugt der mittlerweile entstandene kleine Trampelpfad zwischen den Büschen neben der Treppe zum Gärtnerhaus. Ein Mann, der ein Gespräch über die ärgerlichen Absperrungen verfolgt hat, kann nur den Kopf schütteln. „Woanders wird einfach ein Hinweisschild angebracht: Bei Schnee und Eis Begehen auf eigene Gefahr. Warum geht das nicht auch hier?“, fragt er. Freunde, resümiert er, mache man sich so jedenfalls nicht unter den Ludwigsburgern. Die hätten in der Saison die Hauptlast des „Rummels“ im Blüba zu tragen und würden dafür nun im Winter mit Sperrungen konfrontiert.