Bürgermeister Christoph Jäger (links) und Sepp Steinkogler bei ihrem kleinen Gig während des Pressetermins in Murrhardt Foto: Edgar Layher

Die Winterkulturtage im Schwäbischen Wald werden am 25. Januar mit einer großen Gala eröffnet. Auch der Großerlacher Schultes Christoph Jäger tritt auf. Die Reihe lockt zudem ein paar prominente Künstler in die Provinz.

Murrhardt - Zunächst einmal ist der Großerlacher Bürgermeister Christoph Jäger als Mitglied des Programmteams zuständig für die Auswahl jener Künstler, die bei den Winterkulturtagen im Schwäbischen Wald auftreten. Bei der 11. Auflage dieser ambitionierten Reihe tritt er allerdings höchstselbst auf, zusammen mit seinem Musiker-Freund Sepp Steinkogler. Jäger hat sich freilich nicht selbst eingeladen, er wurde von ein paar Schulteskollegen aufgefordert. Länger überlegen musste der Verwaltungsfachmann und passionierte Musiker nicht, er hat zugesagt. Steinkogler (Gitarre) und Jäger (Akkordeon) spielen am Samstag, 16. Februar, in Althütte-Sechselberg. Motto des Abends: „Ich singe meine Lieder“. Der Name ist Programm.

Eine kleine Kostprobe des Könnens gibt das Duo schon mal während des Pressetermins im Gebäude der Kreissparkasse in Murrhardt, bei dem die Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald das geballte Proramm der Kulturtage vorstellt. Jäger und Steinkogler spielen den Song „Baut Brücken“, den der Bürgermeister selbst geschrieben hat und der auch auf der CD ist, die kürzlich vorgestellt wurde (wir berichteten). „Reißt Grenzwälle ein“, heißt es in dem Lied und weiter: „Es geht nicht allein.“ Das handverlesene Publikum erkennt schnell: diese beiden Männer haben den Beat im Blut. Sie kennen sich seit vielen Jahren, hatten sich aus den Augen verloren und dann zufällig wieder getroffen. Seither treten der Schultes – Klassikfan, aber auch Dauergast beim Wacken-Open-Air – und der Sepp ab und zu gemeinsam auf.

Kabarett, Konzerte, Theater, Lesungen und Comedy

Nach dem kleinen Gig in einem Sitzungssaal der Sparkasse gibt Christoph Jäger noch seine ganz persönliche Empfehlung für die Kulturtage ab. Er sagt, ein Highlight sei sicherlich der Abend mit dem Titel „Gospels, Spirituals, Soul“, am Samstag, 16. März, in der Kirche in Großerlach-Grab. Mit von der Partie sei Thomas Roth, er beherrsche die Keyfiddle, auch Nyckelharpa genannt, wie kaum ein anderer Musiker. Wiederholungstäter kennen Thomas Roth, er ist bereits im vorigen Winter bei den Kulturtagen aufgetreten.

Das Konzept der Reihe habe sich bewährt, das sagen die Organisatoren: Kabarett, Konzerte, Theater, Lesungen und Comedy – und viele dieser Veranstaltungen gehen an besonderen Orten im Schwäbischen Wald über die Bühne, im Schloss Lautereck in Sulzbach zum Beispiel und in der Köhlerhütte in Spiegelberg. Die große Eröffnungsgala geht am Freitag, 25. Januar, in der Gemeindehalle Kaisersbach über die Bühne, mit von der Partie ist unter anderem die Akrobatin Marie Bitaroczky.

Seit 2009 mehr als 20 000 Besucher angelockt

Der Landrat Richard Sigel, Vorsitzender der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald, sagt mit Blick auf den 40. Gründungstag des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald, der 2019 gefeiert wird, man habe sich diesmal ganz besonders angestrengt. In Murrhardt zum Beispiel gastieren die Kabarettistin Lisa Fitz (17. Februar) sowie der Parodist, Autor und Schauspieler Mathias Richling (29. März). In Spiegelberg-Großhöchberg steigt am Samstag, 2. Februar, die Veranstaltung „Kulturbuckel total“. In dem rund 100 Einwohner zählenden Ort werden an diesem Tag drei Bühnen bespielt, mit dabei sind unter anderem das Gaukler-Duo Forzarello und Sebastian Scheuthle. Die Winterkulturtage haben seit 2009 mehr als 20 000 Besucher angelockt. Allein im Vorjahr kamen 2630 Gäste, die Veranstaltungen seien zu 80 bis 90 Prozent ausgelastet, sagt die Projektleiterein Claudia Erlekamm.

Den Veranstaltern gelingt es offenkundig ganz gut, quasi nebenbei ein übergeordnetes Ziel zu erreichen: Manche Menschen aus der Region Stuttgart besuchen während der kalten Jahreszeit erstmals den Schwäbischen Wald, sie lernen neue Orte kennen – und sie kommen dann im Frühling oder im Sommer wieder.

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