Die Stubaitalstraße ist nach einem Lawinenabgang gesperrt. Im Westen und Süden Österreichs wächst aufgrund der starken Regen- und Schneefälle die Sorge vor gefährlichen Hangrutschungen auch in Wohngebieten. Foto: dpa/Daniel Liebl

Lawinenabgänge, umgestürzte Bäume, Stromausfälle: Der Wintereinbruch hat in Teilen Österreichs in den vergangenen Tagen die Menschen auf Trab gehalten. Die nächsten Niederschläge kündigen sich schon an.

Stadl an der Mur/Salzburg/Klagenfurt - Starkregen und Schnee haben in Österreich am Wochenende zu zahlreichen Muren- und Lawinenabgängen sowie zu Stromausfällen geführt. Aus Sicherheitsgründen mussten sowohl am Samstag als auch am Sonntag zahlreiche Straßen gesperrt werden.

Am Sonntag kam es zu einem Lawinenabgang in Prägraten in Osttirol, bei dem niemand verletzt wurde. Ebenfalls am Sonntag erfasste eine Lawine nahe der Talstation des Stubaier Gletschers bei Neustift ein Auto. Die sechs Menschen im Wagen blieben unverletzt.

Heftige Schneefälle und Hangrutschungen

Vor allem in Osttirol und in Teilen Kärntens hat es seit Mittwochfrüh immer wieder viel geschneit und geregnet.

In Osttirol war in der Nacht auf Samstag zeitweise in allen Haushalten der Strom ausgefallen. Am Sonntagmittag waren weiter rund 2000 Haushalte in dieser Region ohne Stromversorgung, weil die schweren Niederschläge laufend zu Baumstürzen und Seilrissen führten, wie der örtliche Stromversorger mitteilte.

In Kärnten kam es in der Nacht auf Samstag zu Hangrutschungen, Muren und Felsstürzen. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. Auch die Bahn verkehrte auf einigen Strecken aufgrund der starken Schneefälle, der Probleme bei der Stromversorgung sowie wegen umgestürzter Bäume zeitweise nur eingeschränkt.

Lawinengefahr steigt

Die Gemeinde Stadl an der Mur im Bundesland Steiermark wurde am Sonntagabend zum Katastrophengebiet erklärt. Bereits am Nachmittag wurden hier 15 Wohnhäuser aufgrund einer drohenden Hangrutschung evakuiert.

Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, begannen weitere Hänge abzurutschen. Zudem traten in der 1000-Einwohner-Gemeinde mehrere Bäche über die Ufer, wie das Büro des Katastrophenreferenten mitteilte.

Am Dienstag schneit es wieder

Mit den vielen Niederschlägen ist die Lawinengefahr in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. In einigen Teilen Tirols sowie in den Hohen Tauern im Salzburger Land galt die zweithöchste Warnstufe. Aufgrund der Lawinengefahr wurden in Kärnten drei Täler gesperrt, die Bevölkerung wurde gebeten, die Häuser nicht zu verlassen.

„Am Montag regnet und schneit es im Süden Österreichs nicht mehr und zeitweise kann die Sonne hervorkommen“, teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mit.

„In der Nacht auf Dienstag und am Dienstag selbst kann es in Osttirol und Oberkärnten dann stellenweise wieder kräftig regnen und schneien.“ Die Niederschlagsmengen sollten dann nicht mehr so groß sein, doch die Lage bleibe angespannt.

Seen treten über die Ufer

Aufgrund des Starkregens traten in Kärnten mehrere Seen über die Ufer. Der bei Villach gelegene Faaker See führte ein Hochwasser, wie es statistisch nur alle 100 Jahre vorkommt. Seit der Nacht auf Samstag war der Pegel um rund 40 Zentimeter auf nun 140 Zentimeter angestiegen, wie online abrufbare Messdaten zeigten.

In Finkenstein am Faaker See mussten laut der „Kleinen Zeitung“ 150 Keller ausgepumpt werden. Die Zeitung und auch der ORF berichteten, dass auch der Wörthersee im Laufe des Nachmittags an einigen Stellen über die Ufer getreten sei.

Im Bundesland Salzburg wurden aufgrund des Starkregens fast 80 Gebäude evakuiert. Unter anderem waren Zell am See, Embach und das hintere Rauriser Tal am Abend nicht erreichbar. Auch im Gurktal in Kärnten mussten sechs Menschen zwei Wohnhäuser aufgrund einer beginnenden Hangrutschung aus Sicherheitsgründen verlassen.

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