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Behörden gingen von ganz gewöhnlicher Party aus - Verdächtige wieder auf freiem Fuß.

Winterbach - Nach dem Brandanschlag von Rechtsextremen auf eine Gruppe von Italienern und Türken in Winterbach sind alle Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß. "Wir können die Tat keinem Einzelnen zuordnen, das ist unser Hauptproblem", sagte Waiblingens Polizeisprecher Klaus Hinderer. "Alle Tatverdächtigen schweigen."

In der Nacht zum Sonntag hatten mehrere dem rechtsextremen Lager zugeordnete Männer eine Hütte in Flammen gesetzt, in die fünf Ausländer nach einer Prügelei geflüchtet waren. 14 Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren kamen noch am Sonntag in Haft, wurden aber noch am gleichen Tag freigelassen. Als tatverdächtig gelten inzwischen aber alle Teilnehmer der Geburtstagsfeier eines 35-jährigen Drahtziehers. "Wir wussten, dass auf seinem Grundstück in Winterbach ein Party geplant war, hatten aber keine Anzeichen dafür, dass sie nur vorgeschoben war für ein rechtsextremes Treffen", erklärte Waiblingens Polizeichef Ralf Michelfelder. Obwohl die Polizei eine Streife auf das Grundstück des 35-Jährigen geschickt und ihm erklärt hatte, dass rechtsextreme Lieder und Parolen zu unterlassen seien, "eskalierte die Situation später". Michelfelder kündigte an, ein deutliches Signal zu setzten, "dass dieser Anschlag nicht toleriert wird".

Wie der Brand gelegt wurde, ist bisher noch unklar. Die Ermittlungsgruppe der Polizei hofft, durch die kriminaltechnische Auswertung den genauen Hergang des Überfalls ermitteln zu können. Rems-Murr-Landrat Johannes Fuchs betonte am Montag, die Gewalttaten gegen ausländische Mitbürger vom Wochenende in Winterbach seien "dreist und unverfroren". Bei Fremdenfeindlichkeit sei "Null-Toleranz" angesagt.

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