Bei der Eisweinlese – wie hier in Polen – muss es klirrend kalt sein. Foto: DPA

Kälte wie jetzt, das wäre es vermutlich für die Eiswein-Winzer gewesen. Doch der Winter war zu mild – die Ernte ist nicht der Rede wert.

Bodenheim - Trotz der jüngsten Kältewelle sind die deutschen Winzer bei der Eiswein-Lese fast leer ausgegangen. Zwar hat nach Angaben des Weininstituts in der Nacht noch ein Winzer aus Südbaden bei Temperaturen von minus 12 Grad rund 140 Liter aus Spätburgunder-Trauben für die süßen Spezialität gewonnen. Insgesamt habe in den vergangenen Monaten aber nur ein gutes halbes Dutzend Betriebe in den Anbaugebieten Baden, Württemberg und Saale-Unstrut überhaupt Eiswein lesen können, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts, Ernst Büscher, am Donnerstag in Bodenheim bei Mainz.

Bei der Eisweinlese muss es über mehrere Stunden mindestens minus sieben Grad kalt sein, damit die Trauben beim Keltern noch durchgefroren sind. Der Winter war dafür aber lange Zeit zu mild gewesen. Die Weinlese sei zudem im Jahr 2017 verhältnismäßig früh abgeschlossen gewesen, sagte Büscher. Die Trauben hätten deshalb recht lange an den Reben hängenbleiben müssen.

Auch der Spätfrost im April 2017 ist ein Grund

Ein weiterer Grund: Wegen des Spätfrostes im April 2017, der einigen Schaden in den Weinbergen anrichtete, fiel die Erntemenge insgesamt um rund 18 Prozent geringer aus als im Jahr davor. „Da haben die Winzer lieber alles reingeholt, was ging“, sagte Büscher. Nur wenige Betriebe waren deshalb überhaupt das Risiko eingegangen, Trauben für eine mögliche Eiswein-Lese hängen lassen.

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