Der Winter zaubert grafische Muster in die Landschaft und sorgt so für ganz neue Ansichten. Unser Fotograf hat das mit der Kamera festgehalten.
Für tolle Bilder braucht es nicht unbedingt viele Farben – das beweist das Foto, das unserem Fotografen Gottfried Stoppel in Remshalden (Rems-Murr-Kreis) geglückt ist. Die Weinberge präsentieren sich darauf in gedecktem Braun und sind mit einer feinen Schicht Schnee gepudert. Auf den Wegen liegt der Schnee etwas höher, sodass die Straßen wie dicke weiße Schnüre in der kargen Rebenlandschaft wirken. Ein weiteres Bild von einer Wegkreuzung in den Weinbergen erinnert an eine Rune, ein altes germanisches Schriftzeichen.
Wenn die Wetterfrösche recht behalten, so bleibt uns die winterliche Pracht vorerst erhalten. Nach etwas Regen und einem vorübergehenden Temperaturanstieg am Freitag soll es am Samstag nämlich erneut schneien. Bei Temperaturen zwischen plus 2 und minus 4 Grad Celsius macht der Winter dann weiter und legt zum Wochenanfang voraussichtlich noch eine ordentliche Schippe drauf: Für den Montag geben die Wetterleute frostige Aussichten: das Thermometer soll auf bis zu minus elf Grad Celsius fallen.
Aller Voraussicht nach wird sich die Sonne am Samstag im Rems-Murr-Kreis eher nicht blicken lassen. Glaubt man einer alten Bauernregel, dann gilt für den 10. Januar, den Tag des Heiligen Paulus von Theben: „An Sankt Pauli Sonnenschein bringt viel Korn und guten Wein.“ Klingt erst mal nicht nach besonders guten Aussichten für die Wengerter und Landwirte im Remstal.
Der 10. Januar war ein wichtiger Lostag
Doch keine Sorge: der Deutsche Wetterdienst (DWD) relativiert die Trefferquote der Bauernregeln, deren Zahl fast so groß ist wie die der Flocken in einem Schneesturm. Zwar lasse sich bei großzügiger Auslegung in jeder Bauernregel ein Körnchen Wahrheit finden, so die Wetterexperten, aber statistische Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Regeln meist nur eine Trefferquote von um die 50 Prozent haben.
„Eine verlässliche Prognose lässt sich mit ihnen nicht erstellen“, heißt es. Zu den wenigen Ausnahmen gehöre die Siebenschläfer-Regel, denn im Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli stabilisiert sich tatsächlich oft die Wetterlage, sprich: das Wetter, das in diesen Tagen herrscht, hält sich häufig auch in den darauf folgenden Wochen, wenn auch nicht gerade sieben Wochen lang, wie die Regel behauptet.