Viel zu tun: Die Straßenmeistereien räumen die größeren Trassen. Foto: Landratsamt

Seit Mittwoch fällt Schnee, sofort sind die Räumdienste auf den Straßen. Die ersten Schneeunfälle sind dennoch unvermeidlich, doch es läuft zunächst alles glimpflich ab.

Die Winterdienste müssen startklar sein, bevor der Schnee kommt – denn gegen Ende des Jahres kann es schnell gehen. So wie in diesen Tagen, wenn auf einmal ordentlich Flocken vom Himmel fallen. Die Aufteilung im Kreis Böblingen ist dabei klar: Die Autobahnen räumen die Autobahnmeistereien, die Straßen außerhalb der Ortschaften die Straßenmeistereien, die Trassen innerhalb der Städte und Gemeinden die örtlichen Betriebsdienste und Bauhöfe.

 

Die Straßenmeisterei Leonberg, für den nördlichen Landkreis und den Raum Böblingen zuständig, ist gleich am Mittwochfrüh mit neun Fahrzeugen gestartet. „Sie haben fünf eigene Autos – und wenn viel zu tun ist, werden vier weitere von einem Dienstleister dazugerufen“, erläutert Benjamin Lutsch vom Böblinger Landratsamt. Am ersten Tag wurden schon 300 Tonnen Salz verstreut. Am Donnerstagabend reichen die fünf eigenen Fahrzeuge, doch Freitagfrüh um 3 Uhr startet wieder die komplette Flotte durch.

Viel kleinteiliger müssen die Räumdienste in den Kommunen unterwegs sein. In Böblingen zum Beispiel ist neben den Technischen Betriebsdiensten mit den großen Fahrzeugen auch die Stadtgärtnerei im Einsatz – zwei Handstreu-Kolonnen mit je drei Personen und ein Räumtraktor sorgen für sichere Wege in der Kernstadt, in Dagersheim sind ein weiterer Traktor sowie Mitarbeiter im Handräumdienst unterwegs. „Zum Wintereinbruch hatten die Mitarbeiter mit Eisglätte unter dem Schnee vor allem an Steigungen zu kämpfen“, berichtet Gianluca Biela von der Böblinger Stadtverwaltung. Dass die Arbeit kein Zuckerschlecken ist, sieht man auch an Zahlen, die normalerweise in keiner Statistik auftauchen: Pro Einsatztag werden bei den Technischen Betriebsdiensten locker fünf große Kannen Kaffee gemacht – zum Wachbleiben.

Glücklicherweise gab es bei den ersten Winterunfällen im Kreis Böblingen vor allem Blechschäden und nur Leichtverletzte. „Alles ist glimpflich abgelaufen“, meldet Yvonne Schächtele, die Sprecherin des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, das auch für den Kreis Böblingen zuständig ist. Zwischen Mittwochvormittag und Donnerstagfrüh registrierte das Polizeipräsidium in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg 134 Unfälle auf Straßen und Autobahnen. Insgesamt wurden dabei 14 Personen leicht verletzt. Der entstandene Gesamtsachschaden beläuft sich auf mehr als 550 000 Euro. Die höchsten Zahlen im Kreis Böblingen, wo es rund 50 Unfälle bis Donnerstagmorgen gab, meldet das Polizeirevier Leonberg (18 Unfälle), gefolgt von Sindelfingen (13), Böblingen (9) und Herrenberg (6).