Windkraftanlagen bei Winterbach Windräder auf dem Goldboden wachsen bald

Von Isabelle Butschek 

Bis die Rotoren der Windräder am Goldboden montiert werden, wird es vermutlich Oktober werden. Die Betonteile der Türme werden aber ab kommender Woche angeliefert. Foto: AP
Bis die Rotoren der Windräder am Goldboden montiert werden, wird es vermutlich Oktober werden. Die Betonteile der Türme werden aber ab kommender Woche angeliefert. Foto: AP

In der kommenden Woche werden die ersten Betonteile für die Türme der Windräder geliefert. Auch an anderen Stellen kommt das Projekt der EnBW voran: Die vollständige Baufreigabe wurde erteilt und die Kabeltrasse zum Anschluss an das Stromnetz fertig.

Winterbach - Zwar baut das Energieunternehmen EnBW schon seit Monaten am Goldboden zwischen den Winterbacher Teilorten Engelberg und Manolzweiler, doch von den drei Windkraftanlagen war bisher noch nicht viel zu sehen. Das wird sich bald ändern: Sollte alles nach Plan laufen, werden in der Nacht von kommenden Montag auf Dienstag die ersten Betonteile für die drei Türme zur Baustelle transportiert. „Zurzeit werden schon die Teile des Krans angeliefert, der dann helfen wird, die Betonturmteile aufzustellen“, sagt Dagmar Jordan, die Pressesprecherin der EnBW.

Ende Oktober sollen die Räder stehen

In den kommenden Wochen wird man die drei Windräder über die Baumgrenze wachsen sehen. Denn bis in eine Höhe von etwa 100 Meter werden die Türme jeweils aus diesen Betonteilen bestehen – insgesamt werden die Windräder eine Narbenhöhe von 164 Meter haben. Angeliefert werden diese Betonteile über die B 29 und Schorndorf-Schlichten. „Das wird nicht nur nachts, sondern auch tagsüber passieren“, sagt Dagmar Jordan.

Zwar sind auch dafür Schwertransporter nötig, doch richtig spannend wird es erst, wenn das letzte Turmteil aus Stahl, die Gondel sowie die Rotorblätter angeliefert werden. Diese Transporte werden vermutlich eine Länge von etwa 75 Meter haben. „Momentan sind wir noch im Gespräch, wie diese Großkomponenten zur Baustelle kommen und welche Eingriffe nötig sind“, sagt Dagmar Jordan. Sicher ist bisher nur, dass auch diese Mammut-Transporter den Weg über die B 29 nehmen werden. „Dort gibt es gerade noch eine Baustelle. Deswegen können diese Teile erst ab Ende September angeliefert werden“, erläutert Jordan. Ursprünglich hatte die EnBW bereits im September den ersten Strom mit den Windrädern produzieren wollen. „Aber wir sind guter Dinge, dass der Windpark bis Ende Oktober aufgestellt ist“, sagt die Pressesprecherin.

Das Landratsamt hat die vollständige Baufreigabe erteilt

Zumal es auch von anderer Seite endgültig grünes Licht für das Projekt gibt: „Wir haben die komplette Baufreigabe für die drei Anlagen erteilt“, sagt Sandra Weiss, Sprecherin des Landratsamtes. Bisher hatten letzte Unterlagen zur Standsicherheit der Windräder gefehlt, doch mittlerweile hat der Prüfstatiker diese bestätigt. Zwei der Anlagen müssen wegen der schwierigen Geologie am Goldboden mit jeweils 54 massiven Betonpfählen befestigt werden.

Bereits fertiggestellt ist die knapp fünf Kilometer lange Kabeltrasse, die die Windräder mit dem Stromnetz verbindet. „Wir werden Ende der Woche noch eine Übergabestation bauen“, sagt Dagmar Jordan. Diese wird so ähnlich wie ein Trafohäuschen aussehen und in Winterbach stehen.

Insgesamt investiert die EnBW rund 18  Millionen Euro in die drei Windkraftanlagen. Ein Mitglied der Bürgerinitiative Pro Schurwald hat gegen das Projekt geklagt. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat die Klage abgelehnt, doch dagegen wurde Beschwerde beim Verwaltungsgericht Baden-Württemberg eingelegt.

Lesen Sie jetzt