Das 16 Jahre alte Windrad auf dem Grünen Heiner bei Weilimdorf bleibt wohl auch in Zukunft das einzige Windrad Stuttgarts Foto: Max Kovalenko

Der einzige Standort für neue Windräder in Stuttgart wurde vom Planungsausschuss der Regionalversammlung am Mittwoch aus seinem Konzept für Windkraft im Ballungsraum gestrichen. Von insgesamt 77 Standorten sind noch 44 übrig.

Stuttgart - Oberbürgermeister Fritz Kuhn und seine Grünen müssen sich wohl von der Vorstellung von neuen Windrädern in Stuttgart verabschieden. Der Planungsausschuss der Regionalversammlung hat den Standort Tauschwald zwischen Botnang und Feuerbach am Mittwoch mit Mehrheit aus seinem Konzept gestrichen. Das letzte Wort hat das Gesamtgremium am 30. September.

In einer teilweise hitzigen Diskussion vor rund 180 Zuhörern überwiegend von Bürgerinitiativen dampften die 32 Ausschussmitglieder in der Liederhalle das bisher noch 77 Standorte umfassende Konzept für die gesamte Region Stuttgart auf 44 ein. Unter den Streichkandidaten waren weitere umstrittene Gebiete etwa bei Bönnigheim (Kreis Ludwigsburg) mitten im Naturpark Stromberg.

Die Buocher Höhe zwischen Korb und Winnenden im Rems-Murr-Kreis, gegen die sich auch schon Ex-Fußballer Hansi Müller als Windkraftareal eingesetzt hat, blieb mit dem denkbar knappen Votum von 17:15-Stimmen drin. In der Sitzung zeichnete sich bereits ab, dass es auch am 30. September noch einmal zu Änderungen kommen kann.

Land gibt rote Laterne ab

Wenn die Regionalversammlung das Konzept verabschiedet, dürfte die Energiewendc im Ballungsraum an Fahrt gewinnen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte am Dienstag bereits darüber frohlockt, dass Baden-Württemberg in diesem Jahr die rote Laterne beim Ausbau der Windkraft abgeben werde. Während in den vergangenen vier Jahren seit der gewonnen Landtagswahl 2011 gerade einmal 41 Windräder im Land errichtet wurden, sollen es in diesem Jahr 121 werden. Der größte Windpark mit 16 Anlagen entsteht seit kurzem bei Lauterstein im Kreis Göppingen.

CDU und FDP kämpften am Mittwoch dagegen, der Windkraft im Ballungsraum allzu viel Platz einzuräumen. Die Freien Wähler überstimmten sie aber immer wieder mit Grünen, SPD und Linken.

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