Die Gemeinderäte haben zugestimmt, dass im Gebiet westlich von Hößlinswart Windräder installiert werden könnten. Foto: Jan Woitas/dpa

Berglen und Remshalden stellen kommunale Waldflächen für Windenergie in Aussicht. Eine Bürgerinfo ist geplant.

Die Gemeinderäte der Gemeinden Berglen und Remshalden sind grundsätzlich bereit, kommunale Waldflächen im Gebiet Buocher Berg-Oberholz für ein gemeinsames Windenergieprojekt bereitzustellen. Die Entscheidung fiel in den jüngsten Sitzungen beider Gremien.

 

„Dort, wo Windkraft nach sorgfältiger Prüfung naturschutzrechtlicher und wirtschaftlicher Belange möglich beziehungsweise sinnvoll ist, sollten wir als Gemeinde den Weg dafür frei machen und eine Umsetzung auch ermöglichen“, wird Berglens Bürgermeister Holger Niederberger in der gemeinsamen Pressemitteilung zitiert.

Mit dem Grundsatzbeschluss zeigen sich beide Kommunen offen für konkrete Planungen im Windvorranggebiet RM-26. Die vorgesehenen Flächen bieten Platz für bis zu zwei moderne Windkraftanlagen.

Gemeinden prüfen Angebote und Pachtmodelle

Im nächsten Schritt wollen Berglen und Remshalden Konzepte und Angebote von Projektinteressenten prüfen. Parallel dazu sollen Verhandlungen über Pachtkonditionen und entsprechende Verträge geführt werden.

Info-Termine mit Bürgerbeteiligung im Juni

Gemeinsam mit dem Forum Energiedialog des Landes Baden-Württemberg laden die Gemeinden die Bürgerschaft zu zwei Informationsveranstaltungen ein.

Am Freitag, 12. Juni, ist eine Ortsbegehung geplant, bei der sich Interessierte direkt vor Ort über das mögliche Projekt informieren und Fragen stellen können.

Am Samstag, 13. Juni, wird eine visuelle Simulation angeboten: An mehreren Stationen zeigen Tablets digitale Live-Visualisierungen, wie die möglichen Windenergieanlagen in der Landschaft wirken würden. Über die Tablet-Kamera lässt sich nachvollziehen, wie die Anlagen vom jeweiligen Standort aus sichtbar wären.

Weitere Informationen zu Treffpunkten und genauen Zeiten der Veranstaltungen sowie zu den Stationen der Visualisierungen wollen die Gemeinden rechtzeitig vor den Terminen bekannt geben.

Das Vorranggebiet RM-26 liegt auf den Gemarkungen von Remshalden und Berglen westlich von Hößlinswart. Die rund neun Hektar große Fläche befindet sich überwiegend im bewaldeten Gebiet, der Anteil auf Berglener Gemarkung ist kommunales Eigentum.

Neue Rahmenbedingungen verkleinern Windkraftfläche RM-26

Das Gebiet geht auf die Teilfortschreibung des Regionalplans Windenergie der Region Stuttgart zurück. Gegenüber dem früheren Planungsgebiet WN-26 wurde die Fläche deutlich reduziert. Gründe dafür sind laut Planungsunterlagen veränderte Rahmenbedingungen seit 2017 sowie genauere Bewertungen auf Basis vertiefter Prüfungen und verbesserter Datengrundlagen.

RM-26 ist im Regionalplan als Vorranggebiet für Windenergie festgelegt. Konkrete Projekte müssen jedoch in weiteren Verfahren geprüft und genehmigt werden.