Künftige Windräder auf dem Schurwald bei Büchenbronn sollen sich schon nach neun Monaten amortisieren. Dem Bau der Anlagen gingen aufwendige Naturschutzuntersuchungen voraus.
Die hohen Türme der zwei Windkrafträder Königseiche in Ebersbach-Büchenbronn ragen weithin sichtbar in die Landschaft. Inzwischen konnte der Turmbau erfolgreich abgeschlossen werden und die ersten Komponenten angeliefert werden. Der Ortsverband Ebersbach Bündnis 90/ Die Grünen hatte zu einer Informationsveranstaltung vor Ort geladen. Die Betreiberfirma Uhl aus Ellwangen gab Informationen zum Stand der Dinge.
Unter der genauen Beobachtung der Anwohnerinnen und Anwohner, die jeden Fortschritt auf der Baustelle seit Baubeginn Februar 2023 aufmerksam verfolgten, wurde nun der Turmbau abgeschlossen, das Maschinenhaus sowie weitere Komponenten würden zeitnah montiert, berichtete Philip Gohl, der leitende Ingenieur der Betreiberfirma, der das Projekt Königseiche bei Büchenbronn nun seit neun Jahren begleitete. Danach beginne der Innenausbau mit anschließendem Anschluss an das öffentliche Stromnetz.
Die Anlagen liefern Strom für 5000 Haushalte
Die modernen Anlagen haben zusammen neun Megawatt Nennleistung und eine Nabenhöhe von 164 Metern. Mit der erzeugten Energie ließen sich 18 Millionen Megawatt erzeugen, die ausreichend seien für 5000 Haushalte.
Der Transport der 80 Meter langen Rotorblätter hatte sich schwierig gestaltet. Nur mit akribischer Vorarbeit durch Simulation in 3D für die besonders kniffligen Stellen der zuführenden Wege, gelang es, sie sicher und unbeschadet zu transportieren. Seit 2014 laufen die Planungen.
Die zwei Türme stehen auf Ebersbacher Gemarkung, angrenzend an Uhinger Gelände und dem Landkreis Esslingen mit Lichtenwald in Nachbarschaft. Die Windkraftanlagen Königseiche stehen auf Gelände von Forst Baden-Württemberg, das dem Land gehört. Die Firma Uhl aus Ellwangen, die sich auf Windkraftanlagen spezialisiert hat, hatte sich beworben und 2015 den Zuschlag bekommen. Es folgten aufwendige Naturschutzuntersuchungen in Sachen Fauna und Flora am Boden und Brut- und Nistverhalten von Fledermäusen, Wespenbussard, Rotmilan und Baumfalke. 2022 gab das Landratsamt Göppingen Grünes Licht. Ein Hektar Fläche wurde für die Anlage gerodet, 0,4 Hektar werden aufgeforstet.
Gewisse Stellen blieben dauerhaft ohne Aufforstung und seien für Reparaturarbeiten nötig. Auch Baustelleneinrichtungsflächen, für Bauleiter vor Ort oder die Lagerung von Komponententeilen erfolge im Offenland, was an anderen Baustellen nicht immer nötig sei. An anderer Stelle wurden 1,25 Hektar Wald zum Ausgleich aufgeforstet.
Ein Fundament von 24 Meter Durchmesser und drei Meter Tiefe stützt den Hybridturm bestehend aus 34 aufeinander gesetzten Elementen, die von oben verspannt sind. Über Tausend Tonnen Gewicht lagerte nun auf dem Sockel, weitere Elemente, die in nächtlichen Spezialtransporten angeliefert wurden, kommen dazu.
Windkraftanlagen sind auch für Anleger interessant
Der Rotor hat einen Durchmesser von 149,1 Meter und leistet sechs bis zwölf Umdrehungen pro Minute. Wenn sich die Anlage amortisiert hat, überlegt sich der Betreiber Uhl, sie zu behalten oder zu verkaufen. Versicherungen wie zum Beispiel die Allianz, Rentenfonds oder Bürgergenossenschaften seien dankbare Abnehmer, die sichere Anlageformen suchten, wie Ingenieur Philip Gohl berichtete. Für zehn Millionen Euro könne auch eine Stadt wie Ebersbach sie erwerben. Gut gemeint, doch mit Blick auf die Zahlen klammer Haushaltskassen aller umliegenden Gemeinden eher unwahrscheinlich.
Abschließend wurde gefragt, was bei einem Bombenangriff oder Feuer passieren würde. Dann springe eine integrierte Löschanlage an und der Rest würde kontrolliert abbrennen und am Boden gelöscht, so der Betreiber. Auf die Frage nach Schlagschatten gelte die Richtlinie des Gesetzgebers: Windenergieanlagen dürfen Wohnhäuser nicht mehr als 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag beschatten.
Region weist Vorrangflächen aus
Gebiete
Der Regionalverband Stuttgart weist Flächen für die Nutzung erneuerbarer Energien aus und sieht vor, dass mindestens 1,8 Prozent der Regionsflächen in Baden-Württemberg als Vorranggebiete für Windkraftanlagen vorbehalten sind.
Prüfung
Der Standort der beiden künftigen Windräder bei Büchenbronn und Krapfenreut gehört zu einer Vorrangfläche, die schon lange untersucht wurde. Es laufen Prüfungen, ob rund um diese Windräder noch weitere Standorte möglich sind.