Kraftvoller Sound und viele Emotionen: Wincent Weiss in der Liederhalle Stuttgart. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Mit großer Show, starken Rhythmen und viel Gefühl hat Wincent Weiss seine Fans im Stuttgarter Beethovensaal begeistert.

Stuttgart - Erst neun Monate sind vergangen, seitdem Wincent Weiss im größten Saal des Theaterhauses spielte. Heute wie damals heißen sein Motto und seine Tour „Irgendetwas gegen die Stille“ – nur ist jetzt sein Rezept gegen die Abwesenheit von Klang lauter, bunter, größer, und es ist der Beethovensaal der Liederhalle, den er mit fast 3500 Besuchern restlos füllt. Der 25-jährige, der aus einem Dorf in Oberholstein stammt, ist ein Star, und sein Publikum besteht zu gewiss 85 Prozent aus sehr jungen Frauen, manchmal in Begleitung ihrer Mütter. Nur wenige Väter und männliche Freunde halten sich am Rand.

Im Februar gab Wincent Weiss sein Konzert unplugged. Nun hat er eine große Show hinter sich: Es gibt Pyroeffekte vom ersten Augenblick an, gleißende Lichtbatterien, farbstarke Muster, Spots, die den Bühnenraum austasten. Seine Band ist mit einem kraftvollen, druckvollen Sound ausgestattet, der die Rhythmusinstrumente klar in den Vordergrund stellt, die Tanzbarkeit seiner Musik betont. Keyboard und Schlagzeug stehen erhöht, zwei Gitarren und Bass kommen hinzu. Ein Akustikset ist auch im Beethovensaal Teil des Auftritts: Die Musiker greifen zu Banjo und Akkordeon, der Rhythmus schnurrt aus einer einzelnen Snaredrum. Das Medley, in dem Wincent Weiss die Hits bekannter Kollegen aufgreift, darf nicht fehlen – er singt wie Max Giesinger, während seine Begleiter instrumental noch tiefer durch die Musikgeschichte streifen.

Derart spektakulär in Szene gesetzt, sind die Lieder des Wincent Weiss jenen seiner Kollegen noch immer sehr ähnlich, aber sein Publikum liebt jede ihrer Zeilen. Weiss singt Balladen und schnelle Popsongs, singt vom Regenbogen und vom Feuerwerk, bringt die Herzen zum Schmelzen und präsentiert sich, im T-Shirt locker über die Bühne sprintend, als der seelenvollste der neuen deutschen Songwriter. Sein Gitarrist Benni Freibott leistet ihm dabei mehr als nur gute Hilfe.

Die Erfolgsgeschichte des Wincent Weiss wurde nur durch die sozialen Netzwerke möglich. Mehr als einmal denkt der junge Sänger am Dienstagabend zurück an seinen ersten Auftritt in Stuttgart – gerade zwei Jahre liegt er zurück. Damals spielten Wincent Weiss und seine Band im Keller Klub vor kleinem Publikum. Kehrt er zurück nach Stuttgart, das scheint jetzt schon sicher, wird auch die Liederhalle nicht mehr ausreichen, um seine Fans zu fassen.

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