Derzeit wohnen 55 Flüchtlinge in Wimsheim, wie hier in der alten TSV-Halle. Foto: Andreas Gorr

Die Unterbringung von Flüchtlingen wird auch in Wimsheim immer mehr zu einer Herausforderung. „Stellen Sie uns Wohnraum zur Verfügung“, appellierte der Wimsheimer Bürgermeister zu Weihnachten an die Bevölkerung.

Wimsheim - Die Unterbringung von Flüchtlingen wird auch in Wimsheim immer mehr zu einer Herausforderung. „Stellen Sie uns Wohnraum zur Verfügung“, appellierte der Wimsheimer Bürgermeister zu Weihnachten an die Bevölkerung. In der Gemeinde leben derzeit bis zu 48 Menschen in der alten TSV-Halle sowie fünf weitere in einer Wohnung, die der Enzkreis angemietet hat. Die Kommune selbst hat für zwei Flüchtlinge ebenfalls eine Wohnung gemietet.

Obwohl Wimsheim mit diesen Zahlen in Bezug auf den Enzkreis bereits überdurchschnittlich viele Heimatlose beherbergt, muss man im Rathaus in den nächsten Monaten damit rechnen, weitere Schutzsuchende unterzubringen.

„Denn derzeit kommen jede Woche rund 100 Asylbewerber neu in den Enzkreis. In Wimsheim könnten das im Jahr 2016 rein rechnerisch mindestens zwischen 30 und 35 Personen sein“, erläuterte der Bürgermeister Mario Weisbrich den Gemeinderäten. In anderen Enzkreis-Kommunen, in denen noch nicht so viele Flüchtlinge leben, müsse man sogar mit deutlich mehr Zuzügen rechnen.

„Hier kommt eine Entwicklung auf uns zu, die uns in allen Bereichen, vom Kindergarten über die Schule bis zum Bauen, beschäftigten wird“, so der Bürgermeister. Wenn die dezentrale Unterbringung, also die Anmietung von Wohnraum im Ort, nicht gelänge, würden zentrale Lösungen nötig. Dann müsse Wimsheim selbst bauen. Die Gemeinden sind verantwortlich für die so genannte Anschlussunterbringung von jenen Asylbewerbern, die die Gemeinschaftsunterkünfte oder Wohnungen verlassen müssen, in denen sie der Kreis vorläufig untergebracht hat.

Die Verwaltung hat schon öfter die Bevölkerung gebeten, leer stehenden Wohnraum zur Vermietung anzubieten. „Die Gesamtzahl aller Rückmeldungen auf alle Aufrufe war aber bisher Null“, sagte der Bürgermeister.

Auf die Frage, ob Flüchtlinge in leer stehende Wohnungen eingewiesen werden könnten, meinte Weisbrich, dass dies rechtlich möglich sei. „Allerdings wäre dies eine Maßnahme, die keiner von uns will“, so der Schultes: „Wir werden alle anderen Mittel vorher nutzen. Denn sonst ist es mit der Willkommenskultur vorbei.“

Die Gemeinde stellt vorsorglich 500 000 Euro für die Unterbringung in den Etat für 2016 ein. Eine rasche Entscheidung ist dringend notwendig.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: