Hier soll ein neues Zentrum entstehen. Foto: Gorr

Der Gemeinderat will das Gelände zwischen Rathausstraße, Mörikestraße und der Kirchgasse zu einem attraktiven Zentrum umgestalten. Es sind ein weitläufiger Platz und zwei Gebäude vorgesehen.

Wimsheim - Die jüngste Sitzung des Wimsheimer Gemeinderats wird als denkwürdig in die Geschichte der Stadt eingehen. Der Grund: Ohne Gegenstimme oder längere Diskussion haben die Bürgervertreter auf Empfehlung der Verwaltung die Neugestaltung der Ortsmitte auf den Weg gebracht. Das Gremium stimmte dem Antrag zur Bebauung der Ortsmitte zu. Der Rat will nun, nach den Plänen des Weissacher Architekten Ulrich Benz, schnellstmöglich den anvisierten Platz in der Nachbarschaft von Kirche und Rathaus gestalten lassen. Zwei Gebäude mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss sowie zehn barrierefrei erreichbare Wohnungen sollen dort entstehen.

Bürgermeister Mario Weisbrich stellte dem Rat sowie zahlreichen Bürgern, die als Zuhörer die Sitzung verfolgten, die Neuplanung des seit eines knappen Jahrzehnts verfolgten Vorhabens dar. Widerstand gegen die Pläne gab es von den Ratsmitgliedern nicht. Doch zwei Fragen bewegen die Bürger. Das wurde im Nachgang der Diskussion bei der Fragestunde deutlich. Ein Wimsheimer äußerte Bedenken, ob während des Umbaus des Platzes garantiert sei, dass das Fundament der dortigen Kirche unbeschädigt bleibe. Ein andere wollte wissen, was aus dem jüngst von der Gemeinde erworbenen Gebäude Sommerkorn werden soll und ob dieses Haus an der Rathausstraße nicht unter Denkmalschutz stehe.

Das Fundament der Kirche, erklärte Weisbrich, werde von den Bauarbeiten nicht berührt. Man halte einerseits ausreichend Abstand zum Gotteshaus, zum anderen habe man auch schon beim Abriss der ehemals auf dem Areal stehenden Gebäude, die die Gemeinde erworben hatte, penibel darauf geachtet, dass die Kirche durch Erschütterungen keinen Schaden nehme. Die Überwachung sei mit Sensoren erfolgt.

Keine Frage ist für Weisbrich zudem, dass vor dem Start eine umfangreiche Baugrunduntersuchung gemacht wird. Da gehe man auf Nummer sicher. „Das Gebäude Sommerkorn steht nicht unter Denkmalschutz und soll abgerissen werden“ sagte Weisbrich. Noch gebe es keine konkreten Pläne, was auf der freiwerdenden Fläche geschehen soll. „Ich kann mir aber vorstellen, dass wir dort öffentliche Parkplätze schaffen“, sagte der Bürgermeister. Eine Neubebauung hat er derzeit nicht im Blick.

Frank Widmann von den Freien Wählern (FWV) ist froh, dass „wir jetzt einen Investor haben, der dieses Projekt umsetzen will“. Zehn Jahre, so der erste Stellvertreter des Bürgermeisters, mache man nun an diesem Thema herum. „Wir bekommen eine schöne Ortsmitte“, ist Widmann überzeugt, der es auch für gut hält, dass im Zuge des Projekts auch die Rathausstraße umgestaltet wird. Peter Boßert (FWV) findet es zudem positiv, dass eine Anpassung der Straßenführung erfolgen soll.

Ebenfalls begrüßt er, genau wie sein Fraktionskollege Bertold Lauser, dass der Dorfplatz im Vergleich zur ursprünglichen Planung größer ausfällt. Rund 540 Quadratmeter Fläche wird dieser am Ende haben. Unter dem Platz werden öffentliche Stellplätze zur Verfügung stehen. Gut gefällt dem Gemeinderat auch, dass die Höhenentwicklung, durch die Änderung von den ursprünglich angedachten Satteldächern zu den nun geplanten gegenläufigen Pultdächern, deutlich geringer ausfällt. So bleibe das markante und prägende Bild der Kirche erhalten.

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