Die Polizei ermittelt in der Kindertagesstätte in Wimsheim wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen.
Ein schwerwiegender Verdacht steht im Raum, nämlich der der Misshandlung von Schutzbefohlenen in der Kindertagesstätte in Wimsheim. In der vergangenen Woche haben Eltern eine entsprechende Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Gemeinde als Trägerin der Einrichtung, die von rund 150 Kindern – von der Krippe bis zum Schuleintritt – besucht wird, hat in der Folge alle Eltern darüber informiert. Am Montag dieser Woche brachte der Bürgermeister Mario Weisbrich den Vorgang auch in der Gemeinderatssitzung zur Sprache.
Die Gemeinde Wimsheim sei darüber informiert worden, dass Eltern Anzeige gegen eine im Kindergarten Mühlweg angestellte pädagogische Fachkraft wegen des Verdachts eines Gewalt- und Sexualdelikts in zwei Fällen erstattet haben. Diese sollen sich vor kurzem in einer Gruppe ereignet haben, so Mario Weisbrich. Die vom Tatvorwurf betroffene Person sei sofort freigestellt worden. Außerdem habe man sichergestellt, dass diese den Kindergarten nicht betreten wird und eventuelle Spuren von den Behörden gesichert werden können.
Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim bestätigt den Eingang der Anzeige durch ein Elternteil. „Es besteht der Verdacht auf Misshandlung von Schutzbefohlenen“, sagt Frank Weber dazu. „Wir haben unverzüglich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, so der Polizeisprecher. Betroffen davon sei eine Person. Drei Kinder seien die mutmaßlich Geschädigten. Weil das Ganze nun bei den Ermittlungsbehörden liege, dürfe man zum laufenden Verfahren weiter nichts sagen, erklärt der Bürgermeister. Doch er versichert, dass die Gemeinde alles in die Wege geleitet habe, „was zu tun ist“. Der Vorgang sei dem Jugendamt und dem Kommunalverband Jugend und Soziales mitgeteilt worden. Außerdem sei sofort die Lilith Beratungsstelle für Mädchen und Jungen zum Schutz vor sexueller Gewalt eingebunden worden, um sicherzustellen, dass alle Kinder weiterhin einen geordneten und geschützten Tagesablauf im Kindergarten erhalten. Für die Eltern gebe es Beratungsangebote außerhalb der Betreuungszeiten in der Kita.
Ermittlungsverfahren eingeleitet
„Das Wohl der Kinder steht ganz oben“
Mario Weisbrich betont, dass die Gemeinde und die Verantwortlichen in der Kindertagesstätte alles in ihrer Macht Stehende tun wollen, um Kinder und Eltern in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen. „Das Wohl der Kinder, die in unserer Obhut sind, steht für uns ganz oben“, so der Bürgermeister. Er weist darauf hin, dass es für die kommunale Einrichtung ein Schutzkonzept gebe. Es gelte, dieses noch mal daraufhin anzuschauen, ob man weitere geeignete Maßnahmen ergreifen müsse. Und es gelte auch, in Gesprächen mit den Eltern möglicherweise verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen.
Der Bürgermeister und die Gemeindeverwaltung sowie sämtliche Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten seien über den Vorfall „tief betroffen und bestürzt und können die mit dem Ermittlungsverfahren verbundenen großen Ängste und Sorgen verstehen und mitfühlen“, teilt die Gemeinde schriftlich mit.