In der neuen Krippe testen die Kinder die Spielsachen. Foto: Andreas Gorr

Beim Tag der offenen Tür am Wochenende überzeugen sich die Wimsheimer Bürger vom Konzept der neuen Kinderkrippe. In großen, hellen Räumen werden die Ein- bis Dreijährigen in kleinen Gruppen auch von Tagesmüttern betreut.

Wimsheim - Der Wimsheimer Bürgermeister Mario Weisbrich wirkt sichtlich zufrieden, als er beim Tag der offenen Tür am Samstag in der neuen Kinderkrippe im Mühlweg zwischen den vielen Besuchern steht. Bereits seit Juli läuft hier der Betrieb, am Samstag nun hat der bauleitende Architekt Peter Möller vom Büro Möller und Gloss aus Pforzheim offiziell den Schlüssel an die Kindergartenleiterin Esther Selbonne und den Bürgermeister übergeben. Auch der FDP-Landtagsabgeordnete des Enzkreises, Hans-Ulrich Rülke, schaut an diesem sonnigen Tag auf einen Sprung in Wimsheim vorbei.

„Ihre Krippe ist eine rundum gelungene Sache“, sagt Rülke in seiner Ansprache. Nun sei es vor allem an den Kindern und ihren Eltern, diese neue Betreuungseinrichtung mit Leben zu füllen. Baden-Württemberg habe gut daran getan, sich an der frühkindlichen Bildung der Kinder in der Gemeinde zu beteiligen, erklärt Rülke. Insgesamt hat das Projekt rund 1,7 Millionen Euro gekostet, das Land hat 408 000 Euro dazu beigesteuert. Einen Zuschuss in derselben Höhe kam auch vom Enzkreis. Das Geld sei hier gut investiert, so Rülke. Denn Wimsheim sei eine „Perle im Enzkreis“, die in vielerlei Hinsicht an der Spitze stehe.

19 Monate hat der Bau der Kinderkrippe gedauert, die direkt an den Kindergarten angebaut ist. Bis zu 36 Kinder im Alter zwischen einem und drei Jahren können Esther Selbonne und ihr Team hier betreuen. Es gibt drei große, helle Gruppenräume. Jeder Raum hat eine verglaste Seite mit direktem Zugang zum Garten, einen extra Schlafraum und einen Sanitärraum. Klar, dass die Toiletten und die Waschbecken den Erwachsenen gerade einmal bis zum Knie reichen. „Wir haben darauf geachtet, das hier drinnen auch wirklich alles kleinkindgerecht ist“, erzählt der Bürgermeister Weisbrich beim Rundgang. Dabei habe man stets auch die Sicherheit der Kinder im Blick gehabt. So hat jede Tür einen Einklemmschutz und an jedem Wasserhahn gibt es einen Verbrühschutz. Die Idee, in der Krippe einen Matschraum einzurichten, kam von Esther Selbonne. „Wenn die Kinder von draußen kommen, ziehen sie hier ihre schmutzigen Schuhe aus “, erläutert die Kindergartenleiterin.

Stolz ist Mario Weisbrich nicht nur auf das neue Gebäude. Auch das Betreuungsangebot sei etwas Besonderes. „Wir sind die erste und einzige Enzkreisgemeinde, die eine Nachmittagsbetreuung durch Tagesmütter anbietet“, sagt er. „Und zwar in den Räumen der Gemeinde.“ Von 7.30 bis 14 Uhr werden die Kinder von den Erzieherinnen beaufsichtigt und beschäftigt. Von 14 Uhr an treten die Tagesmütter Enztal aus Mühlacker auf den Plan. Die Eltern schließen mit dem Verein einen Betreuungsvertrag ab, der sich nach ihren individuellen Bedürfnissen richtet. „Damit können wir in Wimsheim eine Ganztagesbetreuung bis 19 Uhr anbieten“, erklärt der Bürgermeister.

Das Angebot scheint gut anzukommen, bis Sommer 2013 ist die erste Gruppe mit zehn Kleinkindern voll belegt. Das Thema Kinderbetreuung hatte in der Vergangenheit für Aufsehen gesorgt. Denn erst im Herbst 2011, als die Bauarbeiten für die Krippe bereits im Gange waren, hatte die Verwaltung bei den Eltern den Betreuungsbedarf abgefragt. „Viel zu spät“, hatte sich der Bürgermeister damals anhören müssen. Als der Gemeinderat und die Verwaltung in Absprache mit dem Kindergartenbeirat die Gebühren erhöhte, um die laufenden Kosten zu decken zu können,, meldeten sich einige Eltern lautstark zu Wort. Inzwischen aber sei die Stimmung wieder positiv, sagt Mario Weisbrich. Auch dank der gut gelungenen Kinderkrippe.

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