Die Baustelle für Hafner in Wimsheim hat den Wahlkampf geprägt. Foto: Holger Leicht

m Gemeinderat sind künftig vier Gruppen vertreten. Die beiden neuen Listen stellen 40 Prozent der Sitze und gestalten jetzt mit breiter Brust die Kommunalpolitik mit. Die Freien Wähler verlieren vier Mandate, die „Bürger für Wimsheim“ eines.

Wimsheim - Es geht ein Ruck durch die Wimsheimer Kommunalpolitik, die Machtverhältnisse haben sich geändert. Zwar sind die Freien Wähler nach wie vor die stärkste Fraktion im Gemeinderat. Doch sie trifft es besonders hart, müssen sie doch die Hälfte ihrer acht Sitze abtreten. Übrig bleiben nur noch vier Gemeinderäte, allesamt bekannte Gesichter. Von den neu aufgestellten Kandidaten der bisherigen Listen hat es keiner geschafft.

Neu mit drei Sitzen vertreten ist die Liste Bürgerinitiative gegen Hafner, deren Spitzenkandidat Holger Lehmann am Tag nach der Wahl noch „vollkommen überwältigt“ ist. Mit 958 Stimmen haben ihn die Wimsheimer ins Gremium gewählt. Er und seine Mitstreiter Sandra Beck-Lankocz und Stefan Döttling sehen sich in ihren Bemühungen bestätigt. Sie wollen nun entscheidend mitgestalten.

„Und dabei geht es um viel mehr als um Hafner“, erklärt Lehmann. Für ihn ist das Ergebnis ein Zeichen dafür, wie wichtig es den Menschen im Ort sei, mitreden zu können. Mitreden werden auch Rita Boller und Frank Benzinger von der neuen Liste Wimsheim. Miteinander. „Für uns ist das Ergebnis ein klares Votum für einen Politikwechsel“, sagt Rita Boller. „Wir wollen Gräben schließen, alle Fraktionen an einen Tisch holen und sehen, wie wir aus dieser festgefahrenen Situation herauskommen.“

Stimmenkönig, sowohl innerhalb seiner Fraktion als auch bei der gesamten Wahl, ist der Freie Wähler-Chef Frank Widmann. Er ist seit 20 Jahren dabei und bekam 1177 Stimmen. Dicht gefolgt von Klaus Bohnenberger, der mit 1126 Stimmen gewählt wurde. Auch Margit Klingel und Günter Stallecker wurden in ihrem Amt bestätigt. Einige langgediente Gemeinderäte kassierten eine ordentliche Schlappe. So wurden weder Peter Boßert, der seit 30 Jahren im Gremium sitzt, noch Bertold Lauser, seit 20 Jahren Gemeinderatsmitglied, erneut gewählt.

Auch die „Bürger für Wimsheim“ um Fraktionschef Hans Lauser mussten einen Sitz einbüßen. Doch davon wollen die drei übrig gebliebenen Vertreter sich nicht beirren lassen. „Wir akzeptieren das Ergebnis“, sagt Hans Lauser und betont, dass er zusammen mit Axel Heinstein und Norman Jentner am eingeschlagenen Kurs festhalten will. „Wir haben bisher alles dafür getan, dass die Gemeinde vorankommt, und das tun wir auch weiterhin.“

Der Bürgermeister Mario Weisbrich hätte zwar nicht erwartet, dass so viele Hafner-Gegner gewählt werden. Mit der Wahlbeteiligung von 72,6 Prozent ist er aber zufrieden. „Es ist ein repräsentatives Ergebnis.“ Vom neuen Gremium erwartet er vor allem eines: „Dass man gut vorbereitet konstruktiv zusammenarbeitet und zwar zum Wohle der Gemeinde.“

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