Mario Weisbrich (links) und Axel Heinstein gefällt der neue MTW. Foto: Andreas Gorr

Das Warten hat ein Ende: Die Feuerwehr nimmt den neuen Mannschaftswagen in Betrieb. 62 000 Euro hat das Fahrzeug gekostet, dessen Innenausstattung komplett auf die Bedürfnisse der Wimsheimer Wehr zugeschnitten ist.

Wimsheim - Auf den ersten Blick kommt Florian 19 Wimsheim recht unspektakulär daher. Den roten Lack frisch aufpoliert, mit blauen und gelben Blumen geschmückt, so steht der neue Mannschaftstransportwagen (MTW) der Feuerwehr vor der Wache. Drinnen ist Platz für neun Kameraden. Funkgeräte und LED-Handlampen sind griffbereit an der Seite verstaut, ein Notfallrucksack im Kofferraum – viel mehr ist nicht drin. Bereits seit einigen Monaten im Einsatz, haben der Wimsheimer Bürgermeister und der Brandmeister des Enzkreises, Christian Spielvogel, den MTW nun offiziell an die Feuerwehr übergeben.

„Ein Feuerwehrauto ist kein Fahrzeug von der Stange, sondern ein speziell auf die Bedürfnisse der örtlichen Wehr zugeschnittenes Fahrzeug“, weiß der Bürgermeister Mario Weisbrich. Das erkläre auch, warum die Gemeinde fast ein Jahr auf den neuen MTW hatte warten müssen. Im April 2013 hatte der Gemeinderat zugestimmt, das Fahrzeug anzuschaffen und das alte in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken. War es doch seit 1992 und somit stolze 22 Jahre im Einsatz.

Das Land schießt 12 000 Euro zu

62 000 Euro hat der neue Mannschaftswagen insgesamt gekostet, 12 000 Euro hat das Land zugeschossen. 40 000 Euro teuer war die Grundausstattung, der Rest wurde in die Technik gesteckt. So gibt es im Fahrzeug beispielsweise einen zusätzlichen zweiten Stromkreislauf, über den die Lampen und Funkgeräte aufgeladen werden, damit die Starterbatterie des MTW geschont wird.

Axel Heinstein ist mit Florian 19 Wimsheim, wie das neue Fahrzeug im Funkverkehr genannt wird, mehr als zufrieden. Für den Kommandant der Wimsheimer Feuerwehr hat das neue Fahrzeug auch einen einsatztaktischen Mehrwert. Andere Autos wichen ihm aus und ließen ihn durch, wenn er mit Blaulicht ankomme. „Außerdem bin ich damit endlich als erster am Einsatzort“, erklärt er. Das alles sei mit dem alten Fahrzeug längst nicht immer der Fall gewesen. „Versuchen Sie mal, damit die Wurmberger Straße hochzukommen“, sagt Axel Heinstein und grinst. „Da waren 50 Stundenkilometer schon eine Herausforderung.“

Für die Zukunft sieht der Kommandant seine Wehr gut aufgestellt. Alles in allem umfasse die Wimsheimer Abteilung mehr als 80 Einsatzkräfte, davon 35 bei der Jugendfeuerwehr. „Wir sind mit eine der jüngsten Wehren, der Altersdurchschnitt liegt bei etwa 30“, sagt Heinstein, der sich mit seinen 42 Jahren schon zum „ältesten Viertel“ zählt.

Der Schultes hat einen Lkw-Führerschein

Die Fahrzeugflotte kann sich ebenfalls sehen lassen. Seit gut einem Jahr ist das neue Löschgruppenfahrzeug HLF 20/16 im Einsatz. „Das ist die Crème de la Crème unter den Löschwagen“, sagt Mario Weisbrich begeistert und lädt kurzerhand zu einer kleinen Rundfahrt ein. Dabei sitzt er selbst am Steuer, denn der Schultes hat einen Lkw-Führerschein. Gekonnt steuert er den 14,5-Tonner durch Wimsheims Gassen. Der Kommandant hat derweil hinten im voll ausgestatteten Fahrzeug Platz genommen. „2000 Liter für den Erstangriff, Atemschutzgeräte und Werkzeug, um Autos aufzuschneiden – wir sind sofort einsatzbereit“, erklärt Heinstein.

Der Bürgermeister parkt derweil das 290-PS-Fahrzeug wieder sicher vor der Feuerwache, wo der Kreisbrandmeister Christian Spielvogel ihm sogleich eine Mitgliedschaft bei der Feuerwehr schmackhaft machen will. „Ich habe schon mehrmals drüber nachgedacht“, sagt Weisbrich. Allerdings habe er etwas Bedenken, ob sich das mit seinem Amt vertrage. Und so unterstützt er die Feuerwehr weiterhin erst einmal vom Rathaus-Chefsessel aus.

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