BI-Chef Holger Lehmann (links) tritt bei der Gemeinderatswahl an. Sein Vorstandskollege Wolfgang Jentner nicht. Foto: Archiv/Gorr

Die Hafner-Gegner wollen im politischen Geschehen mitmischen und treten bei der Kommunalwahl an. Spitzenkandidat ist Holger Lehmann, seines Zeichens Vorsitzender der Bürgerinitiative. Auch die BI-Sprecherin Sandra Beck-Lankocz tritt an.

Wimsheim – Im Dorf pfeifen es längst die Spatzen von den Dächern. Und so dürfte diese Nachricht wohl auch niemanden wirklich überraschen: Die Bürgerinitiative Wimsheim (BIW) tritt bei der Kommunalwahl am 25. Mai mit einer eigenen Liste an. Zwölf Kandidaten haben sich für die „Liste Bürgerinitiative – BI“, wie sich die neue Gruppierung nennt, aufstellen lassen. Ihre zentrale Forderung: „Wir wollen eine neue ‚Kultur der Transparenz’ ins Wimsheimer Rathaus bringen“, erklärt die Sprecherin der BIW, Sandra Beck-Lankocz.

Denn Offenheit und Transparenz sind nach Ansicht der Bürgerinitiative Mangelware in der örtlichen Politik. Verwaltung und Gemeinderat müssten häufiger den Dialog mit der Bevölkerung suchen, sagt Beck-Lankocz. Gerade bei schwerwiegenden Entscheidungen wie beispielsweise dem Hochwasserschutz oder der Gestaltung der Ortsmitte sei das unumgänglich. Deshalb hat sich die Liste Bürgerinitiative die offene Kommunikation ganz groß auf die Fahnen geschrieben. Die Liste Bürgerinitiative, das sind zwölf Kandidaten aktive Mitglieder der BIW. Seit gut anderthalb Jahren kämpfen sie gemeinsam gegen die Ansiedlung der Pforzheimer Gold- und Silberscheideanstalt C. Hafner in ihrem beschaulichen Örtchen. Die meisten von ihnen sind sozusagen BIWler der ersten Stunde.

Den Kandidaten geht es nicht nur um Hafner

Der BIW-Vorsitzende Holger Lehmann führt die Liste als Spitzenkandidat an. Auch San­dra Beck-Lankocz steht drauf, übernimmt im Wahlkampf das Amt der Gruppensprecherin. André Martin, der in Anfangszeiten im Vorstand saß, hat sich einen Listenplatz gesichert. Auch Mirko Schleef, Stefan Döttling, Angelika Kratz und Renate D’Altilia treten zur Wahl an, wie Holger Reichert, Frank Putze, Reimund Koziollek, Reinhold Bayreuther und Sabine Höllein.

Alle zwölf Kandidaten sind bekennende Hafner-Gegner und wollen versuchen, beispielsweise einen weiteren Ausbau zu verhindern. „Aber uns geht es noch um viel, viel mehr“, erklärt Sandra Beck-Lankocz. Ihre Aufgabe sei es, Wimsheim für alle Generationen lebens- und liebenswert zu erhalten. Dazu gehörten neben einer bezahlbaren Ganztagesbetreuung für alle Altersgruppen und barrierefreien Straßenübergängen an allen Gehwegen auch der Erhalt der medizinischen Grundversorgung.

Zum Beispiel komme der örtliche Hausarzt allmählich in die Jahre. Daher gelte es zu überlegen, wie man Wimsheim auch für junge Ärzte attraktiv machen könnte, sagt Sandra Beck-Lankocz. Ihr ist es wichtig, dass die Spielplätze im Ort zeitnah repariert werden. Denn: „Intakte Spielplätze sind in Wimsheim schon lange nicht mehr selbstverständlich.“

„Liste Bürgerinitiative“ will die Stärken des Dorfes ausbauen

Genau 41 Tage bleiben noch bis zur Kommunalwahl. Zeit, die die Liste Bürgerinitiative intensiv für ihren Wahlkampf nutzen muss. Wie groß die Chancen tatsächlich sind, Sandra Beck-Lankocz vermag es nicht einzuschätzen. „Aber wir sind guten Mutes, bekommen viel Zuspruch“, sagt sie. Dass sie bei Erfolg mit dem Bürgermeister und vermutlich einigen der amtierenden Gemeinderäte zusammenarbeiten muss, scheut sie nicht. „Auf einer professionellen Ebene können wir mit Mario Weisbrich und auch mit den Gemeinderäten kommunzieren“, sagt sie.

„Lebensqualität gestalten“ – mit diesem Motto tritt die Liste Bürgerinitiative an, will sich ins Gemeindegeschehen einbringen. „Wir wollen mitdiskutieren und mit der Bevölkerung die Stärken Wimsheims weiter ausbauen“, erklärt die Sprecherin. Und auch, wenn man nicht alles abnicken werde. „Wir werden zeigen, dass die BIWler nicht nur Nein-Sager sind.“

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