Überlaufene Straßen – wie hier 2013 in Mönsheim – sollen verhindert werden. Foto: Venturini

An mehreren Stellen will der Gemeinderat den Hagenbach bei starken Regenfällen bändigen.

Wimsheim - So klein wie der Hagenbach und der Grenzbach auch sind, so groß sind die Probleme, die sie bei starken Regenfällen verursachen können. Verdolt, eingemauert und begradigt fließen die Gewässer meistens ganz harmlos durch Wimsheim, schwellen aber bei heftigen Niederschlägen an und treten über die Ufer – mit allen negativen Folgen für die angrenzende Bebauung. Gut in Erinnerung sind noch die Überschwemmungen in den Jahren 2012 und 2013, mehr noch in Mönsheim und Wiernsheim als in Wimsheim.

Schon seit Jahren beschäftigen sich die Gemeinden deshalb mit dem Hochwasserschutz. Bereits 2008 wurde ein Gewässerentwicklungskonzept für Wimsheim und Mönsheim erstellt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte nun das beauftragte Ingenieurbüro Wald und Corbe eine Untersuchung zum Bachgebiet und einen Gewässerentwicklungsplan vor. Außerdem schlugen die Fachleute verschiedene Maßnahmen vor, die einerseits mehr Schutz vor einem so genannten hundertjährigen Hochwasser bieten sollen und durch die andererseits der Bachlauf und seine Ufer naturnaher gestaltet werden könnten.

Ein weiteres Becken soll entlasten

Ein wichtiger Baustein für den Schutz vor Hochwasser im Ort sind die Regenrückhaltebecken an der Autobahn. Am Lärmschutzwall bei Friolzheim soll unter Federführung des Regierungspräsidiums zusätzlich zu den westlich der Autobahn bereits bestehenden Becken auf der östlichen Seite ein weiteres Becken mit einem Speichervolumen von 2300 Kubikmetern entstehen. Dieses soll die beiden anderen Becken bei Starkregen entlasten.

Im weiteren Verlauf könnte zum Schutz der Gärtnerei Jentner beispielsweise der Bach direkt am Hagenbachsee verlegt und unterhalb ein neues Bachbett angelegt sowie die Verdolung geöffnet werden.

Auch innerorts ließe sich nach Ansicht der Fachleute einiges machen, um das Wasser je nach Situation besser abfließen zu lassen oder zurückzuhalten. So könne die Gemeinde im Bereich des Rotswiesenwegs versuchen, im Rahmen der Flurbereinigung Grundstücke zu bekommen, um dort den Bach zu verbreitern. Besonders die anschließende Verdolung im Bereich der Steig muss nach Meinung der Ingenieure ertüchtigt werden. Die Wand am Einlauf müsste angehoben und der angrenzende Weg erhöht werden. Außerdem soll der Bachlauf unterhalb der Verdolung wieder naturnah gestaltet werden. Die Planer haben auch einen unterirdischen By-Pass zur bestehenden Verdolung angeregt. Dieser würde aber private Flächen beanspruchen und rund eine halbe Million Euro kosten. Deswegen wurde auf eine konkrete Ausführungsplanung hierfür zunächst verzichtet.

Hochwasserschutz kostet 900 000 Euro

Die anderen Punkte will die Gemeinde aber Schritt für Schritt angehen. Gesamtkosten von rund 900 000 Euro schlagen dafür zu Buche. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Planung voranzutreiben, sodass im nächsten Jahr mit den ersten Arbeiten im Bereich der Gärtnerei Jentner sowie der Steig begonnen werden kann.

„Wir müssen die Schwachpunkte am Bach so schnell wie möglich beseitigen“, sagte der Bürgermeister Mario Weisbrich. Entsprechende Mittel würden in den Haushalt 2017 eingestellt. Bei der auf Antrag der Liste Bürgerinitiative vorgezogenen Bürgerfragestunde klagte ein Zuhörer darüber, dass seine Garage schon bei weniger starkem Regen volllaufe. Die Fachleute des Ingenieurbüros wiesen darauf hin, dass es inzwischen wasserdichte Garagentore gebe. Er solle prüfen, ob eine Nachrüstung bei ihm Sinn mache.

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