Papst Franziskus erhält von Martin Wiedmann (re.) eine Kunst-Bibel Foto: Servizio Fotografico Vaticano - S.F.V.

Martin Wiedmann, Sohn des Bad Cannstatter Künstlers Willy, schenkte Papst Franziskus ein Exemplar der gemalten Heiligen Schrift seines Vaters. Franziskus bedankte sich mit einem: „Großartig!“

Rom/Stuttgart - Dass Martin Wiedmann das Vermächtnis seines Vaters Willy (1929–2013) einmal so weit bringen wird, hätte er wohl selbst nie gedacht. Denn der berühmte Bad Cannstatter Künstler Willy Wiedmann hatte seinem Sohn ein großes Erbe und einen Auftrag hinterlassen: „Bring meine Bibel mit 3333 gemalten Bildern in die Welt!“

Jetzt hat sogar Papst Franziskus eine Wiedmann-Bibel.

16 Jahre lang hatte der Bad Cannstatter Maler in seinem Wohnhaus und der Galerie in der Tuchmachergasse an der größten Bilderbibel der Welt im Stillen gearbeitet und die Ziehharmonika-Bibel in vier großen Alu-Kisten verstaut. Inzwischen hat Martin Wiedmann daraus eine Kunst-Bibel-Edition gefertigt, die einen Siegeszug durch die Welt antritt. Mittlerweile haben unter anderem das Gutenberg-Museum in Mainz, die Bayerische Staatsbibliothek in München, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, das Bibelmuseum in Stuttgart sowie das größte Bibelmuseum der Welt, das Museum of the Bible in Washington D.C. (USA), eine Wiedmann-Bibel in ihrem Bestand. Der größte Coup ist Martin Wiedmann jedoch am Mittwochnachmittag gelungen: Er überreichte bei der Generalaudienz im Vatikan dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Franziskus, ein Exemplar der Bibel.

„Großartig“, sagt der Papst

„Es war eine überwältigende Begegnung“, berichtet Martin Wiedmann kurz nach dem Treffen aufgewühlt am Smartphone: „Ich stand in der ersten Reihe.“ Schon Tage davor war Wiedmann „so voller Vorfreude wie noch nie in meinem Leben“. Papst Franziskus habe aufmerksam der Geschichte der Wiedmann-Bibel zugehört und sei begeistert von dem Werk. „Es ist großartig“, sagte der Papst.

In diesem Moment ist Martin Wiedmann auch der Auftrag seines Vaters in Erinnerung gekommen – verbunden mit der Freude, einen weiteren Meilenstein gesetzt zu haben. „Die Anerkennung ist so fantastisch für meinen Vater. Er hat lange und hart an dem Werk gearbeitet. Sogar in Zeiten, in denen er schwer krank war. Sein Glaube hat ihn gestärkt und ihn nie die Hoffnung aufgeben lassen, dass seine Bibel einmal veröffentlicht wird“, sagt Martin Wiedmann.

Ob der Papst die Wiedmann-Bibel von nun an auf seinen Nachttisch legt oder ob sie im Vatikan ausgestellt wird, weiß Martin Wiedmann nicht. In diesem „großen Moment“ ist ihm das auch nicht so wichtig: Hauptsache, das Erbe seines Vaters ist nun in Rom, dem Nabel der Christenheit, angekommen.

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