Ins Wilhelmspalais zieht das Stadtmuseum – allerdings öffnet es später als geplant. Foto: Leif Piechowski

Die Leiterin des Planungsstabs sagt: „Wir werden den Risikozuschlag sicher brauchen“. Die Gesamtkosten betragen dann 38,3 Millionen Euro.

Stuttgart - Am 21. November wird der Stuttgarter Gemeinderat voraussichtlich den Baubeschluss fürs künftige Stadtmuseum im Wilhelmspalais fassen. Ob es aber wie vorgesehen noch 2016 seine Tore für Besucher öffnen wird, ist fraglich. „Es sieht eher so aus, dass es später wird“, sagte Anja Dauschek, Leiterin des Planungsstabs Stadtmuseum, am Samstag beim 8. Tag der Stadtgeschichte im Stuttgarter Stadtarchiv. Der Umbau nach Maßgabe des Denkmalschutzes sei schwer, außerdem habe der Brandschutz bei der Planung viel Nerven gekostet. Für den Umbau des 1840 errichteten Wilhelmspalais’, bis 1918 Wohnsitz von König Wilhelm II., hatte der Gemeinderat Mitte 2012 rund 36,3 Millionen Euro bereit gestellt. Weitere zwei Millionen Euro sind als Risikozuschlag vorgesehen. „Wir werden ihn sicher brauchen“, sagte Dauschek.

Für die Ausstellung arbeite der Planungsstab derzeit an der „Feinkonzeption“. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Stadtentwicklung und Städtebau, also auf Bereichen, die andere Museen in der Stadt, darunter Staatsgalerie, Kunstmuseum, Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Landesmuseum oder die künftige NS-Gedenkstätte im Hotel Silber nicht besetzen.

Themen sollen Selbstverständnis der Stadt widerspiegeln

Im Zentrum der ständigen Ausstellung im Obergeschoss stehen danach zwei Stadtmodelle. Das historische Modell aus den 1930er Jahren zeigt Stuttgart im Jahr 1790 innerhalb der alten Stadtmauern. Ein neues , etwa 25 Quadratmeter großes Modell stellt das heutige Stuttgart dar. Anja Dauschek: „Anhand von Karten, die wir darauf projizieren, können wir die Stadtentwicklung zeigen. Zudem werden wir Dinge sichtbar machen, die man sonst nicht sieht: die fürs Stadtklima wichtigen Luftströmungen oder Wasserläufe wie den überdeckelten Nesenbach.“

Wichtig in der Ausstellung seien Themen, die das Selbstverständnis der Stadt widerspiegeln. Dies beginne mit dem Gründungsmythos Stuttgarts vom Stutengarten und mit anderen, heute verworfenen Herleitungen und reiche bis zu „Stadtgesprächen“, also Themen, welche die Bürger in den vergangenen 200 Jahren besonders beschäftigt haben. Dazu zählen auch Themen der jüngeren Zeit wie die zehn Tage zwischen den Selbstmorden der RAF-Terroristen in Stammheim und ihrer Beerdigung oder Stuttgart 21.

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