Wilhelma trauert Elefantendame Vilja ist tot

Von Wilhelma/StN 

Das Tier verstarb am Samstagnachmittag vermutlich aufgrund eines Kreislaufkollapses.

Stuttgart - Vilja, die betagte Elefantendame der Wilhelma, ist tot. Das Tier verstarb am Samstagnachmittag vermutlich aufgrund eines Kreislaufkollapses. Europas älteste Elefantenkuh hatte im letzten Jahr ihren 60. Geburtstag gefeiert. Vilja gehörte zu den bekanntesten Tierpersönlichkeiten im Zoologisch-Botanischen Garten, den sie 1952 noch als Jungtier bezogen hatte.

Am Samstagmorgen hatte eine Tierpflegerin Vilja beim Vorbeigehen auf der Außenanlage stehen sehen. Als sie kurz darauf, von Besuchern alarmiert, zurückkam, fand sie die Elefantin im Graben des Geheges liegend. Dort konnten die Elefantenpfleger wenige Minuten später nur noch ihren Tod feststellen. Besucher berichteten daraufhin, Vilja sei plötzlich auf der Anlage mit den Vorderbeinen eingeknickt, zusammengebrochen und dann in den Graben gerutscht.

Bei der Bergung des toten Elefanten half die Feuerwehr, so dass ein Tierärzteteam des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart (CVUAS) in Fellbach und ein Tierarzt der Wilhelma noch am späten Nachmittag mit der Untersuchung beginnen konnten. Nach dem vorläufigen Sektionsergebnis hat Vilja auf der Anlage einen Kreislaufkollaps erlitten und ist infolge dessen in den Graben gerutscht.

„Auch wenn wir sehr traurig sind, so können wir also zumindest sicher sein, dass Vilja sich nicht lange hat quälen müssen“, so Wilhelma-Direktor Professor Dieter Jauch. Wie Pfleger Volker Scholl berichtete, hatte Vilja in den Tagen vor ihrem Tod keine Anzeichen für eine Erkrankung oder besondere Schwäche gezeigt: Zwar hatte sie im letzten Jahr altersgemäß weiter abgebaut, aber in den letzten Tagen sei sie für ihre Verhältnisse besonders „fit“ und aktiv gewesen und hatte sich noch am Samstagvormittag ausgiebig mit kühlendem Schlamm beworfen.

Im Januar 2008 war die Feuerwehr schon einmal für Vilja im Einsatz gewesen. Damals war die be­tagte Elefantenkuh von einer Artgenossin geschubst worden und in den Graben gestürzt. Sie konnte jedoch in einer spektakulären Rettungsaktion mit Hilfe eines Kranes so gut wie unverletzt geborgen werden. Seither hatten die Tierpfleger sie mit Spezialfutter aufgepäppelt und viel Rücksicht auf ihre diversen Altersbeschwerden und Verwöhnwünsche genommen. So durfte Vilja morgens oft länger im Haus bleiben, um ihre Futterration „unbelästigt“ verspeisen zu können.

Anfangs, nach dem Graben­sturz 2008, hatte man ihr zudem aus Sicherheitsgründen eine abgesperrte Zone fernab vom Graben eingerichtet. Dort war sie jedoch von den anderen Elefanten isoliert und in ihrer Bewegungs­freiheit und damit Lebensqualität eingeschränkt, so dass man sie später wieder ins große Gehege ließ.

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