Er war bekanntes Gesicht der Wilhelma. Orang-Utan Moritz wurde nur 24 Jahre alt. Foto: Wilhelma/Vollmer

Der Menschenaffe mit dem markanten Gesicht starb vergleichsweise jung an einer Lungenerkrankung und an Herzschwäche. Der Zoo verliert wieder einen Publikumsliebling.

Stuttgart - Die Wilhelma hat ein prägendes Gesicht verloren. Der Sumatra Orang-Utan Moritz ist am Montag gestorben. Moritz hatte in den vergangenen Wochen sichtbar abgebaut und sich immer mehr zurückgezogen. Als am Sonntagabend auch noch Atembeschwerden und Husten dazukamen, brachte man Moritz in eine Tierklinik, wo er unter Narkose in einem Computer-Tomographen eingehend untersucht wurde. „Die Untersuchung hat eine schwere Lungenerkrankung ergeben, die leider nicht zu behandeln war“, erklärt Zootierärztin Annika Weigold. Schweren Herzens entschloss man sich, den mit 24 Jahren noch vergleichsweise jungen Orang-Utan mit dem markanten runden Gesicht und den mächtigen Wangen nicht mehr aus der Narkose aufwachen zu lassen.

Eine Obduktion am Dienstag brachte dann eine massive Lungenfellentzündung ans Licht. Zusätzlich wurde eine Herzschwäche festgestellt. Mit weiteren Labortests sollen jetzt die Ursachen der Krankheit geklärt werden. Dabei wird auch danach gesucht, ob weitere Organe krank waren und es vielleicht eine medizinische Ursache dafür gibt, warum sich Moritz in der Wilhelma nie fortgepflanzt hat.

Die Chefrolle lag Moritz nicht

Geboren wurde der Orang-Utan kurz vor Weihnachten 1992 im Münchener Tierpark Hellabrunn. Ein Jahr später kam er von Bayern in das Jungtieraufzuchthaus der Wilhelma. Zwei Jahre danach zog er ins Menschenaffenhaus, wo allerdings der dominante Orang-Utan Buschi ganz klar das Sagen hatte. Nach dessen Tod 2011 war Moritz zwar als einziges Männchen der Boss und entwickelte sich noch einmal weiter. Die Chefrolle lag Moritz aber ganz offensichtlich nicht, er war ein eher ruhiger Affe und ließ die Weibchen die meiste Zeit in Ruhe. Nachwuchs gab es deshalb auch nicht.„Das ist sehr bedauerlich, weil die Orang-Utans stark vom Aussterben bedroht sind“, sagt Marianne Holtkötter, die Kuratorin für die Menschenaffen in der Wilhelma. Weil Moritz offenbar kein Interesse an seinen jungen, fortpflanzungsfähigen Partnerinnen hatte, wurden Sinta (23) und Conny (28) vor einem Jahr mit der Hoffnung nach Belgien und Hamburg vermittelt, dass sich doch noch ein Zuchterfolg einstellt.

In Stuttgart leben jetzt noch die beiden älteren Orang-Utans Moni (39) und Carolin (43). Beide sind Töchter des legendären Buschi, der 2011 im Alter von 51 Jahren starb. Buschi war einer der ältesten Orang-Utans in Europas Zoos. Die beiden jetzt noch in Stuttgart lebenden Orang-Utan-Damen sind nicht mehr zuchtfähig, dürfen aber ihren Lebensabend in der Wilhelma verbringen. Die beiden werden demnächst in das neue Menschenaffenhaus umziehen, ihr bisheriges Domizil wird dann von Grund auf saniert.

Andere Wilhelma-Stars sind in die Jahre gekommen

Nach dem Tod von Moritz fehlt der Wilhelma ein sehr bekanntes Gesicht. Andere beim Publikum bekannte und beliebte Tiere sind mittlerweile auch schon in die Jahre gekommen. Eisbärin Corinna ist mit 26 Jahren doch sehr betagt, mehr als 30 Jahre werden Eisbären in der Regel nicht. Und auch das ist selten, schon 25 Jahre gelten als alt. Auch die beiden Elefant-Kühe Pama und Zella sind um die 50 Jahre alt und damit für Zootiere sehr betagt. Das genau Alter der Elefanten kennt man nicht, da die beiden noch Wildfang-Tiere sind. Bekannt beim Stuttgarter Publikum ist auch die Gorillafrau Mimi. Auch sie gehört zu den Charakterköpfen und ist noch ein Wildfang. Man schätzt das Alter von Mimi auf etwa 54 Jahre. Die normale Lebenserwartung von Schimpansen liegt zwischen 50 und 60 Jahren.

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