Im Stuttgarter Zoo ist Ende Dezember das zweite Koala-Jungtier gestorben. Was man über die Todesursache weiß und welche Konsequenzen die Wilhelma jetzt zieht.
Der Tod des eineinhalb Jahre alten Koala-Männchens Borobi infolge einer Lungenentzündung hat für Bestürzung gesorgt. Der Zoo reagiert nun darauf.
„Wir hoffen, dass wir durch Impfungen zukünftige Erkrankungen bei unseren Koalas vermeiden können,“ erklärt Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann. Der Impfstoff, den die Tiere erhalten, sei gegen Erkrankungen durch den Erreger Bordetella Bronchiseptica und speziell auf Koalas ausgerichtet. Zunächst überraschte, dass die Wilhelma den Tod erst jetzt öffentlich gemacht hat und diesen nicht im Jahresrückblick erwähnt hatte, nachdem das Tier bereits Ende Dezember gestorben ist. Der Sprecher erläutert nun: „Wir hatten uns entschieden, den Tod von Borobi erst nach Auswertung des Pathologieberichts aktiv an die Öffentlichkeit zu geben, was durch die Feiertage bedingt mehr Zeit brauchte.“
Wilhelma: Koala Borobi hatte ähnliches Krankheitsbild wie Koala Jimbelung
Das fast zeitgleich mit Borobi geborene Koala-Weibchen Jimbelung war bereits am 13. August vergangenen Jahres im Alter von 14 Monaten an einer Atemwegserkrankung gestorben. Bei Borobi seien die ersten Symptome im Herbst vergangenen Jahres aufgetreten, erklärt Meierjohann. Und: Es handelte sich um ein ähnliches Krankheitsbild wie bei Jimbelung, welches aber einen deutlich akuteren Verlauf hatte.
Äußere Faktoren spielen bei der Entstehung einer Lungenentzündung bei Koalas keine Rolle: Sie würde meist, so auch in diesem Fall, durch Bakterien verursacht, die in der Umgebung allgegenwärtig vorkommen könnten und welche Koalas auch symptomfrei mit sich tragen könnten. Jungtiere würden als besonders empfänglich für Erkrankungen gelten, heißt es in der Wilhelma.
Bakterien als Krankheitsauslöser laut Wilhelma erstmals in Europa
Die Untersuchungen zum Tod Borobis seien abgeschlossen. Zugluft stelle in der Terra Australis kein Problem dar. Hiermit hängt die Erkrankung nicht zusammen. Verursacht wurde die Erkrankung, so der Zoosprecher, sowohl bei Jimbelung als auch bei Borobi durch so genannte Bordetellen. Letztere sind gefährliche Bakterien, die als Krankheitsauslöser gelten. Aus Australien sei dieses Phänomen bekannt. Bei Koalas in europäischen Zoos ist den Angaben zufolge bisher noch keine durch Bordetellen verursachten Erkrankungen aufgetreten.
In der im Sommer 2023 eröffneten Terra Australis der Wilhelma leben nun aktuell zwei Weibchen, Auburn und Scarborough, sowie zwei Männchen, Navy und Aero. Zudem hat Weibchen Auburn ein halb Jahre altes Joey-Jungtier im Beutel.