Sumatra-Tiger „Carlos“ lebte bis 2015 in der Stuttgarter Wilhelma. Foto: dpa

In der Wilhelma in Stuttgart gab es am Dienstag eine Alarmübung. Dabei wurde der Ausbruch eines Tigers simuliert – mit ungewöhnlichen Mitteln.

Stuttgart - Ein Zoo und dessen Mitarbeiter müssen für alle Eventualitäten und Ernstfälle gewappnet sein – zum Beispiel für den Ausbruch eines gefährlichen Tieres. In der Wilhelma wurde am Dienstagmorgen deshalb simuliert, dass ein Tiger aus seinem Gehege entkommen sei. Die Probe war bereits seit längerem geplant, aber nicht angekündigt worden. Laut Pressesprecher Harald Knitter wussten die Mitarbeiter aber, dass es sich um eine Übung handelt.

Schritt für Schritt seien Mitarbeiter anschließend einen Notfallplan durchgegangen. Die rund 1200 Besucher, die zu dieser Zeit in der Wilhelma waren, hätten verständnisvoll reagiert und bei der Evakuierung mitgespielt.

Mit Gewehr und Blasrohr auf Plüschtiger-Jagd

Während draußen die Besucher warteten, lief im zoologisch-botanischen Garten die Jagd auf die ausgebrochene „Wildkatze“ ab: Eine Mitarbeiterin hatte einen Plüschtiger aus dem Zooshop auf dem Gelände versteckt. Ein Team aus Raubtierpflegern und dem Zoo-Arzt machte sich danach auf die Suche – bewaffnet mit einem Blasrohr und einem Gewehr sowie scharfer Munition. Das flauschige Wesen wurde anschließend gestellt und außer Gefecht gesetzt – was bei einem Kuscheltier weitaus weniger schwierig und gefährlich sein dürfte, als bei einer echten Wildkatze. „Für die Übung haben wir es dabei belassen, dem Plüschtiger einen Narkosepfeil zu verpassen“, berichtete Knitter.

Nach gut einer Stunde war die Alarmübung beendet und die Verantwortlichen zufrieden. Alle Abläufe hätten gut funktioniert und die Mitarbeiter angemessen reagiert. Völlig unbeeindruckt von dem ganzen Trubel blieb Sumatra-Tigerin Dumai, die nichts von der Übung mitbekam und die Aktion im Gehege verschlief.

Den Ausbruch eines gefährlichen Tieres hat es in der Wilhelma laut Knitter bislang noch nicht gegeben. Hin und wieder büxt jedoch ein Tier aus, wie etwa in diesem Jahr ein Kranich, der die Umzäunung seines Geheges überwand.

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