Die betagten Elefantenkühe Pama und Zella ziehen nicht mehr um. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Das projektierte Elefantenhaus bedingt etliche Umbaumaßnahmen in der Wilhelma. Für die riesige Anlage muss der Schaubauernhof weichen, er wird bereits an anderer Stelle neu gebaut, und auch das Gehege für Sibirische Tiger wächst.

In der Wilhelma ist Frühlingserwachen, auch was die Neugestaltung des zoologisch-botanischen Gartens angeht: Sie wird im großen Stil vorangetrieben. Für die Besucher heißt das: Achtung, Baustelle! Am nördlichen Rand der Anlage.

 

Die Wilhelma verfolgt große Pläne mit großen Tieren und muss dazu eine Art Rochade veranstalten. Der Schaubauernhof wird derzeit – geografisch gesehen – ein gutes Stück nach unten versetzt, direkt neben das ebenfalls im Bau befindliche Außengehege der vom Aussterben bedrohten Sibirischen Tiger – und macht so Platz für eine größere Elefantenherde. Aus welchem Zoo sie kommt, sei noch unklar, so der Wilhelma-Chef Thomas Kölpin. „Die Herde wird aus einer bestehenden abgesplittet. Es handelt sich vielleicht um drei bis vier erwachsene Kühe, mehrere Jungtiere und einen Bullen.“ Über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) werde sichergestellt, dass der Bulle mit den anderen Dickhäutern nicht verwandt ist.

Kosten von 50 Millionen Euro

2024 soll Baubeginn der Elefantenwelt sein, drei Jahre später die Fertigstellung. Das Landesfinanzministerium hat den Kostenrahmen für das Projekt mit 50 Millionen Euro beziffert, zehn Millionen Euro steuert der Förderverein bei. Während der bisherige Außenbereich der Asiatischen Elefanten rund 1200 Quadratmeter groß ist, wird die neue Anlage die zehnfache Fläche und somit Platz für bis zu 14 Tiere bieten, die sich in Gruppen zusammenfinden und auch separieren können. „Schon der Innenbereich ist rund 3000 Quadratmeter groß“, sagt Kölpin.

Rosensteintunnel bringt Ruhe und Wärme

Die betagten Elefantenkühe Pama und Zella können aber nicht in diese junge Herde integriert werden. Sie verbringen ihren Lebensabend in ihrem angestammten Bereich. Sollte eine der Damen sterben, kann die andere in den Karlsruher Zoo umziehen. Dort gibt es eine Gruppe für ältere Singles. Die Elefantenwelt wird rund 1,5 Hektar umfassen und am oberen Ende des Parks den Schwerpunkt des asiatischen Bereichs darstellen. Ein Restaurant, ein Wilhelma-Shop und ein neuer Ein- und Ausgang zur verkehrsberuhigten Pragstraße runden den Neubau ab. Im Rosensteintunnel sieht Kölpin Vorteile: „Ich denke, dass es in der Wilhelma deutlich ruhiger wird. Vor allem am Haupteingang rechne ich mit einer deutlichen Entlastung.“

Ein weiteres Plus des Bauwerks ist eine neue Geothermie-Anlage. Mit der Abwärme des Tunnels werden später einmal Teile der Elefantenwelt beheizt. „Eine nachhaltige Lösung, die uns sehr entlastet.“