Die neue Palau-Ausstellung bringt ein Stück Südsee in die Wilhelma. Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Die einzigartigen Inselwelten im Pazifischen Ozean sind weit weg. Doch die Wilhelma gibt jetzt in einer Sonderausstellung einen Einblick in die fragile Schönheit der Südseeinsel Palau.

Die Südsee mit dem Inselstaat Palau ist bekannt für ihre atemberaubende Natur. Doch diese ist zerbrechlich. Warum, das zeigt eine Sonderausstellung in der Wilhelma über die Küste, die Mangrovenwälder und die tropischen Regenwälder. Palau gehört zur Region Mikronesien in Ozeanien und liegt unweit der Philippinen im westlichen Pazifik.

 

Wer nicht 12.000 Kilometer reisen will, um diese Inselwelt zu besuchen, kann sich in der historischen Gewächshauszeile der Wilhelma in einem getrennten Bereich beim Kamelienhaus einen ersten Eindruck von der bedrohten Schönheit der Region machen.

Die Ausstellung gibt Einblicke in die Biodiversität eines der artenreichsten, aber auch fragilsten Inselökosysteme mit Pflanzenarten, die nur dort vorkommen. Sie sind durch den Klimawandel, den steigenden Meeresspiegel, invasive Arten und durch Lebensraumverlust bedroht – insbesondere die Orchideen, von denen in Palau 100 verschiedene Arten nachgewiesen wurden.

Seit 2019 wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Palau und San Diego Zoo

Die Wilhelma arbeitet seit 2019 mit Partnerinstitutionen in Palau und der San Diego Zoo Wildlife Alliance in den USA zusammen, um eine wissenschaftliche Erhaltungssammlung bedrohter und endemischer Pflanzen aufzubauen.

Die Gärtnerinnen Jasmin Langhammer (rechts) und Luzie Letzner Foto: Birger Meierjohann

Der Beginn der erfolgreichen internationalen Zusammenarbeit ist auf das persönliche Engagement der Wilhelma-Gärtnerin Jasmin Langhammer zurückzuführen. Sie habe sich bei rein privaten Reisen nach Palau für die Pflanzenwelt des Inselstaates begeistert und später mit Mitarbeitenden des Belau National Museums den Grundstock der Palau-Sammlung in der Wilhelma aufgebaut.

Cannstatter Marinearzt Augustin Krämer war auf Palau

Auch weitere Bezüge zur Insel gibt es: etwa durch den Cannstatter Marinearzt Augustin Krämer. Er ist 1941 in Stuttgart verstorben und hat Anfang des 20. Jahrhunderts zwei Jahre in Palau gelebt und die dortige Natur und Kultur in Büchern dokumentiert. „Seine Aufschriebe bilden heute wichtige Quellen zur Geschichte von Palau und sind sogar in die Verfassung des unabhängigen Inselstaates eingeflossen“, so Wihelma-Sprecher Birger Meierjohann.

Weiterer Blick in die Palau-Ausstellung mit Info-Tafel Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

„Mit der neuen Ausstellung möchten wir die faszinierende Pflanzenwelt Palaus nicht nur präsentieren, sondern auch die komplexen ökologischen Zusammenhänge verständlich machen“, so Björn Schäfer, Leiter des Fachbereichs Botanik in der Wilhelma. Mit der Kombination aus lebenden Pflanzen, wissenschaftlichen Inhalten und Landschaftsdarstellung sollen die Besucherinnen und Besucher für die Bedeutung der einzigartigen Ökosysteme sensibilisiert werden.

Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin betont die übergeordnete Bedeutung des Projekts, den Schutz der Biodiversität als globale Aufgabe, die nur durch internationale Kooperation gelingen könne, bei denen Zoos und Botanische Gärten einen wichtigen Beitrag leisten, „indem sie bedrohte Arten erhalten, erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich machen“.