In der Wilhelma gibt es neben dem Bau der neuen Elefantenanlage andere Bereiche, an denen Handwerker arbeiten. Was bedeutet das für die Besucher?
Im Norden des Stuttgarter Zoos entsteht gerade die neue Elefantenanlage. Deshalb ist bekanntlich der Ausgang zum Rosensteinpark geschlossen. Doch nicht nur oberhalb des Asiatischen Schaubauernhofs gibt es Bauarbeiten. Auch südlicher, an den Subtropenterrassen hinter dem Maurischen Landhaus. Zudem soll die Damaszenerhalle saniert werden. Sie ist seit 2024 geschlossen. Deshalb kann der Prachtbau derzeit nicht für Hochzeiten genutzt und nicht betreten werden. Auch das Belvedere steht aktuell für Trauungen nicht zur Verfügung.
Ziel ist es bekanntlich, die Damaszenerhalle bis zum 175-Jahr-Jubiläum der Wilhelma im Jahr 2028 wieder in Schuss gebracht zu haben, wie Direktor Thomas Kölpin bereits mitgeteilt hat. Doch was wird hinter den Kulissen vom Eigentümer des Gebäudes, dem Land Baden-Württemberg, derzeit gemacht? Das weiß Christian Angermann von der zuständigen Behörde Vermögen und Bau.
Gutachten für Damaszenerhalle in der Wilhelma ist vergeben
Als erster Schritt würden die Planungsleistungen ausgeschrieben und vergeben, erklärt er. Sie sind im vergangenen Jahr erfasst worden. Dazu gab es Untersuchungen der Bausubstanz. Die Aufträge für die entsprechenden Gutachten und Voruntersuchungen seien bereits erteilt worden. Im Fokus stünden die Identifikation und Behebung der vorhandenen Schäden sowie deren Ursachen.
Wie hoch das Budget für die Sanierung der Damaszenerhalle ist, ist noch unklar. „Sobald die Haushaltsentscheidungen Ende des ersten Quartals 2026 abgeschlossen sind, können wir konkrete Informationen zum Budget geben“, sagt Angermann. Fest stehe allerdings bereits jetzt: „Die Schäden werden in jedem Fall beseitigt.“
Orient-Juwel in der Wilhelma von König Wilhelm I. stammt von 1864
Die Damaszenerhalle vor dem Langen See, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat, ist 1864 von Wilhelm Bäumer auf Wunsch von König Wilhelm I. gebaut worden und ist mit seinen Ornamenten, Säulen und Verzierungen einem Haus in Damaskus nachempfunden.
Eine weitere Einschränkung gibt es derzeit an den Subtropenterrassen. Denn diese werden seit vergangenem Jahr saniert. Das hat zur Folge, dass wegen der Sanierungsarbeiten ab diesem Jahr vorerst keine Trauungen zwischen April und Oktober mehr in der Wilhelma stattfinden können. Das Belvedere hatte bislang als Ersatz für die Damaszenerhalle seit deren Schließung gedient. Dort kostete eine standesamtliche Trauung im Gebäude mit Bestuhlung und Blumenschmuck den Angaben zufolge zuletzt rund 500 Euro.
Angermann berichtet über den Stand der Arbeiten an den Subtropenterrassen: Im ersten Bauabschnitt der Nordterrassen wurde bereits die statische Sicherung der Mauer hergestellt, die Oberflächen gereinigt und Bereiche für Ersatzsteine vorbereitet. Teilweise wurden schon neue Steine versetzt. Der Bereich zur Ergänzung des Mauerendes an der oberen Mauer wurde ebenfalls vorbereitet.
Treppenaufgang an den Subtropenterrassen bleibt geöffnet
„Die Arbeiten laufen gut“, erklärt Angermann. Aktuell befinde sich die Baustelle in der geplanten Winterpause, da es für die Arbeiten mit frostempfindlichen Materialien noch zu kalt sei. „Wetterabhängig werden die Arbeiten im Frühjahr fortgeführt.“ Folgende Arbeiten stehen noch an: Weitere Reinigungs- und Konservierungsarbeiten, Steinmetzarbeiten wie die Steinergänzung und Wiederherstellung des Mauerendes.
Wichtig für die Besucher ist: „Der Treppenaufgang verbleibt während der Baumaßnahme für Besucher geöffnet“, sagt Angermann. Die Wegeführung seitlich an den Subtropenterrassen vorbei bleibt immer möglich. Nach dem ersten Bauabschnitt der Nordterrassen sollen die Südterrassen im zweiten Bauabschnitt laut Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) erst nach dem Jubiläumsjahr starten.