Die Mängel im 22 Millionen Euro teuren Affenhaus häufen sich Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Wegen der Baumängel am neuen Affengehege in der Wilhelma fordern Zoo-Chef Thomas Kölpin und der Wilhelma-Förderverein, dass der Zoo selbst stärker die Bauherrenrolle übernimmt. Zudem sollen künftig Architekturbüros zum Zuge kommen, die bereits Erfahrung im Zoobau haben.

Stuttgart - Vera Schnatmeyer, Sprecherin des übergeordneten Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg, stellt fest: Die Aufgaben sind ganz klar verteilt. Allerdings sollen künftig Architekturbüros beim Bauen in der Wilhelma zum Zuge kommen, die bereits Erfahrung im Zoobau haben.

Was die Mängel beim Affenhaus betrifft, gehe es laut Finanzministerium jetzt um die schnellstmögliche Behebung. Außerdem müsse geklärt werden, wer dafür die Verantwortung hat. „Dabei muss auch die Frage nach Schadenersatz geklärt werden. Am Affenhaus waren viele Firmen beteiligt.“ Eine Konsequenz der Pannen sei, dass im Landeshochbauamt jetzt ein Musterprojekthandbuch erstellt werde mit Informationen unter anderem zu Kosten- und Terminplanungen.

Die Berichterstattung über den Tod zweier Bonobo-Äffchen in der Wilhelma hat auch Peta auf den Plan gerufen. Die Tierrechtsorganisation kritisiert Menschenaffenhaltung in Zoos generell. „Für das 22 Millionen Euro teure Affengehege in der Wilhelma hätte man auch in der Natur große Lebensbereiche der Tiere langfristig schützen können“, so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta Deutschland.

Er weist darauf hin, dass es bei Haltung in Gefangenschaft immer wieder zu Todesfällen bei Jungtieren komme – vor allem durch Infektionskrankheiten. Die würden zum Beispiel durch schlechte Belüftung begünstigt. Die Bonobos in der Wilhelma sind an Lungenentzündung gestorben. Dass die nicht funktionierende Lüftung die Ursache für die Lungenentzündung war, kann nicht ausgeschlossen werden.

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