Wildschweine sind meist in der Gruppe unterwegs – das führt immer wieder zu schweren Unfällen. (Symbolbild) Foto: dpa

Hinter dem Kappelbergtunnel auf der B 14 ist ein Auto in eine Wildschweinrotte gefahren, sieben Tiere starben. Der Jäger Bernd Frischling erklärt, wie es zu solchen Horror-Unfällen kommen kann – und, wie Autofahrer reagieren sollten.

Fellbach - Bei einem Unfall auf der B 14 bei Fellbach (Rems-Murr-Kreis) sind am Montagmorgen sieben Wildschweine getötet worden. Ein 56-jähriger Fahrer eines Audi RS 6 fuhr dort gegen 3.30 Uhr in Richtung Stuttgart. Kurz hinter dem Kappelbergtunnel kreuzte eine Wildschweinrotte die Fahrbahn. Der Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, das PS-starke Auto erfasste die Tiere, sieben von ihnen starben. Am Auto entstand Totalschaden von rund 60.000 Euro.

Warum immer wieder ganze Wildschweinrotten überfahren werden:

Erst im Juni waren bei einem Unfall auf der B 29 bei Remshalden zwölf Wildschweine getötet worden. Der Hegeringleiter Fellbach, Bernd Frischling, erklärt, warum es zu solchen Unfällen kommen kann: „Wildschweine sind nur selten allein unterwegs. Wenn die Leitbache das Signal gibt, die Straße zu überqueren, tun das alle anderen auch.“ Die nachtaktiven Tiere könnten den Verkehr schlecht einschätzen – und seien außerdem in der Dunkelheit und am Straßenrand gut getarnt: „Als Autofahrer erkennt man sie im Dunkeln erst, wenn sie im Scheinwerferlicht sind.“

Unfall mit Wildschweinen – was tun?

Wer in einen Unfall mit Wildschweinen verwickelt wird, sollte laut dem Jäger sofort die Polizei rufen und, wenn nötig, zunächst im Auto bleiben. „Die Polizei weiß, welcher Jagdpächter für welches Gebiet zuständig ist.“ Auch wenn das Mitleid mit den Tieren noch so groß sei: „Laien sollten davon absehen, den Tieren nachzuspringen, um sich um sie zu kümmern.“ Verletzte Wildschweine seien „sehr robust und können unfreundlich reagieren.“ Besonders die Leitbache könne ihre letzten Kräfte mobilisieren, um ihre Rotte zu verteidigen.

[Update] Trotz der nötigen Eigensicherung weist der ADAC darauf hin, dass ein Autofahrer nach einem Unfall den Warnblinker einschalten und rasch mit dem Warndreieck die Unfallstelle abzusichern. Angefahrene Tiere sollten aber keinesfalls angefasst werden.

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