Verschwörungsgläubige bei einer Demonstration in München. Foto: imago/ZUMA Wire

Eine mächtige Gruppe, ein geheimer Plan, listige Helfer und einen Schuldigen – was Verschwörungserzählungen kennzeichnet und warum sie so attraktiv sind.

Berlin - Jede Verschwörungserzählung ist von einigen klassischen Elementen gekennzeichnet, die immer vorhanden sind. Dazu gehöre stets der Glaube an eine geheime Gruppe oder eine mächtige Einzelperson, die versucht, ein illegitimes oder bösartiges Ziel zu erreichen, sagt der Politikwissenschaftler und Data Scientist Josef Holnburger. Zweites Element ist demnach immer, dass sich die Gruppe eines Machtapparats bedienen kann, zu dem auch die Medien oder die Wissenschaft gehören – also genau die Institutionen, die im Zweifelsfall eine wilde These überprüfen würden. Der Trick ist klar: Sind Medien und Wissenschaft unter Kontrolle der „Mächtigen“ oder der „Elite“, kann ihnen nicht mehr geglaubt werden, ihre Faktenchecks oder Beweise werden als Vertuschungsversuch gebrandmarkt. Damit schaffe man es, eine Verschwörungserzählung zu immunisieren, so Holnburger. Die Existenz vermeintlich weltweiter geheimer Pläne lieferten in der Sicht der Verschwörungsgläubigen eine schlüssige Erklärung dafür, warum Phänomene wie die Pandemie weltweit auftreten. „Ein Mantel wie das Weltwirtschaftsforum oder die UN fügt sich dann in eine weltumspannende Erzählung.“

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