Endlich wieder Normalität: Die Wieslauftalbahn rollt bald wieder im Halbstundentakt. Parallel werden vorübergehend zu den Hauptverkehrszeiten noch Busverstärker angeboten.
Nächste positive Nachricht für alle, die mit dem „Wiesel“ unterwegs sind. Nachdem kürzlich die durch eine Entgleisung beim Bahnhof Miedelsbach-Steinenberg verursachten Schäden am Drehgestell eines Fahrzeugs der Wieslauftalbahn behoben werden konnten, kommt jetzt die noch bessere, weil grundsätzliche Botschaft: Das „Wiesel“ rollt ab Mittwoch, 7. Januar, im Halbstundentakt
Das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises in Waiblingen erklärt mit Blick auf die langen Reparaturarbeiten in Folge des Starkregens von Anfang Juni 2024, bei dem ein Drittel der 11,5 Kilometer langen Strecke zerstört wurde: „Damit kehren im Wieslauftal endlich mehr Normalität und Verlässlichkeit auf der Schiene zurück, und das Kapitel Schienenersatzverkehr kann abgeschlossen werden.“
Zunächst stehen vier Fahrzeuge zur Verfügung
Um dies zu ermöglichen, werden zunächst vier Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Zwei der Fahrzeuge sind die neuen Gebrauchten im neuen Wieseldesign, die anderen beiden Fahrzeuge sind Mietfahrzeuge. Ende Januar werden diese beiden Mietfahrzeuge durch die bereits angeschafften, aber noch nicht ausgelieferten neuen gebrauchten Fahrzeuge Nummer drei und vier ergänzt. Zwei weitere Fahrzeuge folgen noch bis Frühjahr 2026, sodass der Betrieb mit sechs eigenen Fahrzeugen künftig umgesetzt werden kann.
„Der Wiederaufbau unserer Wieslauftalbahn ist ein starkes Zeichen für die Leistungsfähigkeit unseres Landkreises“, betont Rems-Murr-Landrat Richard Sigel, zugleich Vorsitzender des Zweckverbands. Er sei zudem stolz, dass „unser Wiesel“ als „Best Practice“ gilt. Sigel: „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man seine Sache so gut gemacht hat, dass es sogar dem Land Baden-Württemberg als Vorbild für die Überarbeitung der Soforthilfen nach Naturkatastrophen gedient hat.“
Die Zweckverbandsversammlung, besetzt mit Mitgliedern aus den Gemeinderäten Rudersberg und Schorndorf sowie Mitgliedern des Kreistags, „stand jederzeit für rasches und entschlossenes Handeln“, so die Kreisbehörde. Mutige Investitionsentscheidungen, politische Rückendeckung und das umsichtige Vorgehen der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) und der Verwaltung hätten es möglich gemacht, die vielen Etappen und Hürden zu meistern, die es im vergangenen Jahr zu überwinden galt.
Sigel: „Das größte Weihnachtsgeschenk wollten wir aber den Pendlern, Schülern und Fahrgästen machen. Sie haben im letzten Jahr viel mitgemacht, und es ist schön, dass der Schienersatzverkehr ein Ende hat und wir zur Normalität zurückkehren. 30 Jahre alt und bestens für die Zukunft gerüstet – das sind gute Aussichten in herausfordernden Zeiten.“
Damit der Halbstundentakt gelingen kann, fährt das Wiesel morgens und mittags in Doppeltraktion – also zwei aneinander gekoppelte Fahrzeuge –, den Rest des Tages in Einfachtraktion. Parallel werden vorübergehend noch zu den Hauptverkehrszeiten Busverstärker angeboten, um alle Fahrgäste entsprechend befördern zu können.
Halbstundentakt „auf Kante genäht“
„Der Halbstundentakt ist zwar möglich, aber auf Kante genäht“, erklärt Daniel Wiedmann, Amtsleiter für den öffentlichen Personennahverkehr und Geschäftsführer der Wieslauftalbahn. Bis der neue Fahrplan sich eingespielt habe, bitte man alle Fahrgäste um Verständnis, sollte es kurzfristig zu Ausfällen kommen, „da wir keine Reservefahrzeuge zur Verfügung haben“. Sollte es also zu größeren Schäden an einem Fahrzeug kommen, müssten die Kapazität oder der Takt wieder angepasst werden.
Im kommenden Jahr investiert der Zweckverband weiter in die Modernisierung der Wieslauftalbahn. Geplant sind unter anderem die Einführung eines neuen digitalen Funksystems sowie technische Verbesserungen an mehreren Bahnübergängen. Damit wird der eingeschlagene Modernisierungskurs konsequent fortgeführt.