Foto: Google Earth/Landsat Copernicus

Die Firma Klumpp möchte im Quartier am Wiener Platz bauen, muss sich aber weiter gedulden.

Stuttgart-Feuerbach - Rund um den Feuerbacher Bahnhof soll in den kommenden Monaten einiges passieren. Bis zum Jahr 2023 soll das neue etwa 2,8 Hektar große Quartier am Wiener Platz fertig sein. Auf dem ehemaligen Schoch-Areal sollen unter anderem rund 165 Wohnungen entstehen. Auch der benachbarte Bahnhofsvorplatz, der denkmalgeschützte Tiefbunker, das fünfstöckige ehemalige Postgebäude sowie das Gelände der Firma Klumpp werden sich verändern.

Das Feuerbacher Traditionsunternehmen Klumpp plant unter anderem, auf dem Baufeld Nord ein neues Produktionsgebäude zu errichten. „Die Halle war zweigeschossig mit 13 bis 14 Meter Höhe geplant. Das ist aber nicht mehr notwendig. Ein Geschoss reicht“, sagte der Architekt Werner Otto Schwarz kürzlich im städtischen Gestaltungsbeirat. Er stellte dort den Vorentwurf zur kompletten Baumaßnahme des Unternehmens vor.

Wenn die neue Halle errichtet sei, ginge es an den Abriss der alten Lagerhalle, die seit 2007 als Interim herhalte. „Im März läuft allerdings die Genehmigung für diese Halle ab. Die müssen wir nun verlängern, weil das neue Gebäude bis dahin auf gar keinen Fall fertig sein wird“, sagte Stephan Klumpp auf Nachfrage unserer Zeitung. Nachdem sein Vater Wolfgang Klumpp 2017 aus der Geschäftsführung in den neu gegründeten Beirat gewechselt ist, ist Stephan Klumpp alleiniger Geschäftsführer der Friedrich Klumpp GmbH. „Wir werden die alte Halle noch ein bis zwei Jahre nutzen müssen und hoffen, dass uns die Stadt bei der Verlängerung der Genehmigung unterstützt“, sagt Stephan Klumpp. „Wenn das nicht klappt, stehen wir vor Problemen.“ Er wünscht sich, dass spätestens Mitte 2021 mit dem Bau der neuen Halle begonnen wird. Ein Baugesuch konnte allerdings noch nicht eingereicht werden. „Wir werden zuerst am 18. Februar noch einmal im Gestaltungsbeirat sein“, sagt Klumpp.

Klumpp exportiert nach China und Südamerika

Die Mitglieder des Gremiums waren in der Sitzung Anfang Dezember mit der Höhe der Gebäude, die als Blockrandbebauung um die neue Halle der Firma Klumpp entstehen sollen, nicht ganz einverstanden. An der etwa 50 Meter langen Fassade sind unter anderem Büros auf bis zu fünf Stockwerken geplant. „Wir empfehlen Ihnen, die Höhe etwas herunterzusetzen“, sagte Vanessa Miriam Carlow. Zudem fände sie es gut, wenn man einen Durchgang von der Dornbirner Straße zum Wiener Platz schaffen würde. Bislang ist das nicht vorgesehen.

Die Firma Klumpp wurde 1919 als regionaler Hersteller für Wachsbeizen, Schelllackmattierungen und -Polituren für die Möbelindustrie und Handwerksbetriebe gegründet. Das Unternehmen entwickelte sich stetig weiter. 1980 werden strahlenhärtende Beschichtungssysteme für die Möbelindustrie auf dem Markt erfolgreich eingeführt. 1985 werden erste Exporte nach China verzeichnet. „Die gewachsene Organisation findet in einem neu gebauten Produktions- und Laborgebäude weiteren Platz“, heißt es auf der Internetseite der Firma. 1995 folgen erste Exporte nach Südamerika. Fünf Jahre später führen die weltweit gestiegenen Verkaufszahlen dazu, dass am Stammsitz in Feuerbach weitere bauliche Maßnahmen ergriffen werden – der Neubau eines großzügig ausgelegten Laborgebäudes steht an. „2005 gelingt es der Friedrich Klumpp GmbH als erstem Lackhersteller ein marktreifes System zur Direktbedruckung von HDF-Fußböden zu entwickeln“, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. „Mit diesem technologischen Meilenstein ist es uns gelungen, unseren Kunden aus der Laminatindustrie ein effizientes und stabiles System an die Seite zu stellen.“

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