Meist kommen zuerst die männlichen Störche, um das Nest in Ordnung zu bringen und es gegen die Konkurrenz zu verteidigen. Foto: Annette Frühauf

Ein Storch kehrt nach Weil der Stadt zurück und sorgt für Freude: Leon ist wieder auf dem Storchenturm. Doch wer wird seine Partnerin in diesem Jahr?

Kaum hingen die bunten Fasnetsfahnen am Roten Turm in Weil der Stadt, landete am Samstagnachmittag ein Storch im Horst auf dem Storchenturm. Auf den ersten Aufnahmen vom Vogel war die Ringnummer nicht zu erkennen, die eine eindeutige Identifikation ermöglicht. „Aber an den wilden und immer etwas schmutzigen Federn am Hals habe ich Leon gleich erkannt“, erklärt Storchenbeauftragte Sabine Holmgeirsson, die sich sehr über die Rückkehr des Tieres gefreut hat. Denn aufgrund der Vogelgrippe haben etliche Störche den Winter im Süden nicht überlebt. Inzwischen konnte Leon anhand seiner Ringnummer eindeutig identifiziert werden und quartiert sich somit zum fünften Mal auf dem Storchenturm ein.

 

Im vergangenen Jahr kehrte der Weiler Storch erst eine Woche später in die Keplerstadt zurück und musste sich gedulden, bis Partnerin Heidi, dann im März angeflogen kam. Meist kommen zuerst die männlichen Störche, um das Nest in Ordnung zu bringen und es gegen die Konkurrenz zu verteidigen. Störche sind standorttreu, aber nicht unbedingt partnertreu. Drei erfolgreiche Brutjahre haben Leon und Heidi aber vielleicht doch zusammengeschweißt. Bereits zweimal, im Jahr 2023 und 2025, hat Leon eine Störchin zugunsten von Heidi wieder aus seinem Nest vertrieben. Jetzt bleibt abzuwarten, wer in diesem Jahr den Platz ergattert. Die im Februar eintreffenden Störche kommen meist aus Nordspanien oder Südfrankreich, wo sie den Winter auf Müllkippen oder auf Feldern verbracht haben. Die Störche, die aus Afrika zurückfliegen müssen, erreichen ihre Brutplätze erst ab Mitte März und können daher erst später mit dem Brüten beginnen.

Eine Neuigkeit von einem der vier beringten Jungstörche aus dem letzten Brutjahr gibt es auch: „Der Ring des Jungstorchs AJL94 wurde am 22. Oktober 2025 in Marokko gesichtet“, weiß Sabine Holmgeirsson, die sich auch im Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V., Weil der Stadt einsetzt. Und zwar wurde die Sichtung vom Tierarzt und Storchenbeauftragten Mustapha Abidi in Kenitra gemeldet. Somit ist der Storch über 2000 Kilometer weit geflogen. Nach Deutschland kehrt er frühestens im nächsten Jahr zurück – mit der ersten Geschlechtsreife.

Mindestens eines der Jungen von Leon und Heidi ist qualvoll verendet, weil es unverdaulichen Müll gefressen hat. Dank des gefüllten Magens ist der kleine Vogel langsam verhungert. Daher Müll, auch während der Fasnetszeit, nicht einfach achtlos wegwerfen.