Ob es einen Wiederaufbau der Sport-Insel in Vaihingen gibt, ist weiter unklar. Foto: Käfferlein

Die Mitglieder des gemeinderätlichen Umwelt- und Technikausschusses haben ihre Abstimmung über den Wiederaufbau des abgebrannten Sport- und Fitnesszentrums Sport-Insel erneut vertagt.

Vaihingen - Mag sein, dass es anders gekommen wäre, wenn Baubürgermeister Matthias Hahn die Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses am Dienstag geleitet hätte. Er hätte wohl auf einem Votum der Stadträte bestanden. Doch das ist alles blanke Theorie. Fakt ist: Die Stadträte haben abermals hinter verschlossenen Türen die Entscheidung darüber vertagt, ob das Sport- und Fitnesszentrum Sport-Insel an alter Stätte ihr abgebranntes Domizil wieder aufbauen darf. Das Problem: der gültige Bebauungsplan schiebt dem einen Riegel vor.

Einige ungeklärte Fragen

Dem Vernehmen nach hat Detlef Kron, der Leiter des Stadtplanungsamts, einen Wiederaufbau als „heikel“ bezeichnet. Bevor ein Wiederaufbau möglich ist, muss ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden. Eigentlich sollte dies in der letzten Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses vor der Sommerpause geschehen, zumindest sollte es ein Votum geben. Dass dies nicht zustande kam, lag an einigen ungeklärten Fragen. Ein Knackpunkt ist dabei, dass auf dem Grünzug noch zwei weitere Häuser stehen, die ebenfalls Bestandsschutz genießen. Wenn die abbrennen würden, müsste für diese die gleiche Vorgehensweise gelten. Wobei in diesem Fall die meisten Stadträte dies als nicht sehr wahrscheinlich erachteten: „Es brennen ja nicht dauernd Häuser ab.“

Stadträte wollen keinen „aufgeblähten Neubau“

Ein weiteres Thema ist auch die Erschließung des Neubaus. Die Stadtplaner stellten dar, dass dafür die jetzige Stichstraße, die von der Heßbrühlstraße abgeht, verbreitert werden muss, damit künftig Fahrzeuge im Gegenverkehr aneinander vorbeipassen. Nicht geklärt ist, wie teuer das wird und wer die Kosten trägt. Zugleich, so die Verwaltung, müsse auch sichergestellt werden, dass die Betreiberfamilie Etschmann oder der Eigentümer der Halle die Planungskosten übernimmt.

„Es sind planungsrechtlich viele Fragen aufgeworfen worden“, bringt es ein UTA-Mitglied auf den Punkt. Diese müssten nun noch abgearbeitet werden. Die Gemengelage ist schwierig. Das Verständnis für die Betreiber ist da, sie können wohl auch mit einem Ja der Stadträte rechnen. Der ein oder andere koppelt dies aber an Bedingungen. „Der Neubau darf auf keinen Fall aufgebläht werden“, heißt es dazu. Gegenüber unserer Zeitung hatte aber Geschäftsführerin Astrid Etschmann betont, dass man sich da nach der Stadt richten würde.

Nun wird die Entscheidung erst nach den Sommerferien fallen. Für die Betreiberfamilie und den Squash-Verein, der zurzeit in Böblingen trainiert und spielt, heißt es weiter warten. Sollte es im Herbst ein positives Votum der Stadträte geben, vergeht trotzdem noch Zeit, bis die Bagger anrollen können. Die Verwaltung schätzt, dass das Verfahren rund drei Jahre in Kauf nimmt. Ob schon vorher ein Baubeginn möglich ist, dazu hat sie sich am Dienstag nicht geäußert.

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